Geschichte Elbarts
Mit dem „Halsgericht“ fing’s an

Eine Luftaufnahme, entstanden um 1960, lässt die ursprüngliche Siedlungssubstanz von Elbart noch nachvollziehen: im Vordergrund die Bauernhöfe, dahinter die kleinen Bergarbeiterhäuschen, in denen anfangs jeweils zwei Familien lebten. Bild: hfz
Vermischtes
Freihung
13.02.2016
174
0

Heute unbedeutende Ortschaften, markierten kleine Dörfer vor Jahrhunderten oft wichtige Zuständigkeiten. In Elbart ging es sogar um Leben und Tod.

Elbart. In einem Dokument von 1416 werden die territorialen Zuständigkeits- Grenzen der hohen Gerichtsbarkeit der Nordoberpfalz, die über Leben und Tod entscheiden durfte, beschrieben: "Das Halsgericht zu Kaltenbrunn, das geht an (...) von dann die Ödenried hinein an Elbarter Unterrmark (...)". Aus einer Federzeichnung zur Grenzbeschreibung wird ersichtlich, dass privater Grundbesitz der churpfälzischen und somit zum Amt Hirschau gehörigen Dorfgemeinde Elbart in das Amt Parkstein-Weiden hineinreichte.

An Weiden verkauft


Aus dieser ersten nachgewiesenen urkundlichen Erwähnung des Ortes geht ferner hervor, dass zur Stiftung einer Messe und Predigt in der Pfarrkirche St. Michael Albrecht von Freudenberg und seine Söhne am 1. März 1437 das Dorf Elbart an den Rat der Stadt Weiden verkauften. Der Bürgermeister und der Rat von Weiden nahmen daraufhin dort die niedere Gerichtsbarkeit wahr.

Schreibweise gewandelt


In einer Urkunde vom 17. Juni 1446 ist nachzulesen, dass die Nürnberger Bürger Katharina und Nicklas Gumpenhoffer die Renten des Dorfes Elbarth dem Pfarrer zu Weiden stifteten. Die ortsansässige Bevölkerung betrieb außer der Landwirtschaft noch Mühlsteinbrüche, den Bleierz-Abbau und -handel.

Im historischen Ortsnamenbuch von Hans Frank wird 1460 ein Elwart, 1577 Ellberth und 1773 Elbarth - mit neun Häusern samt Hofstelle - erwähnt. 1883 kommen eine Bergarbeitersiedlung mit zwölf Häusern und eine Direktorenvilla zu dem bestehenden Bauerndorf dazu. Bis 1856 gehen die Elbarter in Ehenfeld zur Schule, bis 1913 gehören sie noch zur dortigen Pfarrei. Politisch war der Ort bis zur Gebietsreform 1972 ein Teil der Gemeinde Seugast. Heute leben in Elbart 185 Menschen in 83 Häusern. Die Bewohner des ehemaligen Bauern- und Bergarbeiter-Dorfs sind mittlerweile überwiegend Pendler in die nächstgrößeren Städte der Region. Der zu Beginn des 21. Jahrhunderts gegründete Radfahrer-Verein ist die einzige organisierte Gemeinschaft im Ort und damit auch Gesellschafts- und Kulturträger.

Das dreitägige FestDie Feier zum 600-jährigen Bestehen des Ortes beginnt am Freitagabend, 22. Juli, mit einer Präsentation der Dorfgeschichte im Festzelt am Wagnergaßl. Danach dient die Auftaktveranstaltung der Geselligkeit bei standesgemäßer Bewirtung.

Am Tag darauf, Samstag, 23. Juli, wird um 17 Uhr eine Ausstellung über die Geschichte des Ortes und die dazugehörigen Hausnamen in der nahe gelegenen Wiesneth- Scheune durch den Schirmherrn der Feier, Bürgermeister Norbert Bücherl, eröffnet. Die Themenbereiche Familien-, Haus- und Hofgeschichte reichen bis zum Dreißigjährigen Krieg zurück. Die Entwicklungen der Schule, Kirche und Landwirtschaft werden auf weiteren Thementafeln dargelegt. Abends sorgt die Band Fresch für Junge und Junggebliebenen für Partystimmung.

Am Sonntag beginnt um 9.15 Uhr der Kirchenzug zum Festgottesdienst im Zelt. Gewidmet ist er allen verstorbenen Elbartern. Der Seugaster Schützenchor wird die Messe begleiten. Beim Kirchenzug und einem anschließenden Frühschoppen spielt die Ehenbachtaler Blasmusik. Ehrenschirmherr Landrat Richard Reisinger hat seine Teilnahme zugesagt.

Für das Mittagessen sind Anmeldungen möglich, es gibt auch Bratwürste und Steaks, nachmittags Kaffee und Kuchen. Am Sonntagnachmittag ist es möglich, in der Kulturscheune Elbart eine Präsentation über den Bleierz-Bergbau und die Geschichte des Dreiländerecks Blauenneuschacht zu sehen.

Die dreitägige Jubiläumsfeier richtet sich an die gesamte Region, ausdrücklich aber natürlich an alle jetzigen und ehemaligen Elbarter. Für nähere Informationen steht Christian Wiesneth im Namen des Festausschusses (Telefon 09646/1716 oder 600JahreElbart@gmx.de) zur Verfügung.
Weitere Beiträge zu den Themen: Elbart (36)Historie (7)Halsgericht (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.