Reservisten ehren Gefallene auf deutschem Soldatenfriedhof Niederbronn in Lothringen
Freihunger lösen Versprechen ein

Totengedenken am Grabstein des Obergefreiten Johann Meyer aus Amberg.
Vermischtes
Freihung
11.11.2016
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Beisetzung der Soldaten.

Freihung/Niederbronn. Heute ist Niederbronn eine deutsche Kriegsgräberstätte. Ihr Ursprung war ein Zeichen der Versöhnung: Auf dieser Anhöhe haben die US-Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg eigene und deutsche Gefallene gemeinsam beerdigt. Nach dem Krieg wurden die amerikanischen Gefallenen nach St. Avold umgebettet, einen wunderschönen neuen US-Soldatenfriedhof.

In den Départements Bas-Rhin und Moselle lagen damals viele Tausend deutsche Gefallene auf 774 Gemeinden verteilt, verstreut über Felder, Wiesen, Wegränder und Wälder. Sie wurden nach Abschluss des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens auf die zentrale Kriegsgräberstätte Niederbronn umgebettet. Von 1961 bis 1966 hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Friedhof hergerichtet. Dabei entstanden würdige Ruhestätten für die 15 472 Soldaten.

Grabkreuze erneuert


Da seit der Einweihung vor 50 Jahren die Namensaufschriften auf den Grabkreuzen überwiegend nicht mehr lesbar waren, wurden in den vergangenen sechs Jahren die rund 4000 Grabkreuze von ehrenamtlichen Helfern - zumeist Reservisten - bei Arbeitseinsätzen durch Granitkreuze ausgetauscht. An einem solchen Einsatz nahm auch die Reservistenkameradschaft Freihung im Sommer 2014 mit zehn Kameraden unter der Leitung ihres Vorsitzenden, Oberstleutnant der Reserve Norbert Bücherl, teil. Beim Abschied sagten die Freihunger damals den Verantwortlichen die Teilnahme an den Feiern zum 50-jährigen Bestehen des deutschen Soldatenfriedhofs zu.

Sie lösten dieses Versprechen jetzt ein und unternahmen eine viertägige Fahrt mit Teilnehmern aus der gesamten Oberpfalz. Nach Niederbronn-les-Bains führte sie an dem Tag, als dort die Gedenkveranstaltung "50 Jahre Deutscher Soldatenfriedhof Niederbronn" war. Zusammen mit einer Abordnung der deutsch-französischen Brigade aus Müllheim stellten die Freihunger Reservisten die Ehrenformation am Hochkreuz des Friedhofs.

Nach der eindrucksvollen Gedenkansprache des früheren französischen Verkehrsministers Daniel Hoeffel und dem Totengedenken durch den Chef des Stabes der deutsch-französischen Brigade, Brigadegeneral Franz Pfrengle, bestattete Militärpfarrer Patrick Gebel 15 deutsche Soldaten, deren sterbliche Überreste in den letzten Monaten in den umliegenden Wäldern gefunden wurden, auf dem Friedhof. Den Abschluss der Gedenkveranstaltung bildete die Kranzniederlegung am Hochkreuz des Geländes durch die Freihunger Reservisten im Auftrag des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr, Kreisgruppe Oberpfalz-Mitte, zum Gedenken an die toten und gefallenen Oberpfälzer Kameraden des Zweiten Weltkriegs.

Im Auftrag der Familie Meyer aus Amberg gedachten die Freihunger zudem des Obergefreiten Johann Meyer, der an seinem 34. Geburtstag, am 11. Dezember 1944, bei Niederbronn fiel und seine letzte Ruhestätte auf dem Soldatenfriedhof gefunden hat. Mit einem Vaterunser und der Kranzniederlegung würdigte man den Gefallenen. Der Spatenstich für die Erweiterung der Jugendbegegnungsstätte und ein Empfang durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beendeten die eindrucksvolle Gedenkveranstaltung.

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