Unfallzug wird verschrottet

Als der Regionalexpress in der Nacht vom 5. auf den 6. November bei Freihungsand in den Tieflader fuhr, der auf dem Bahnübergang stehengeblieben war, fing der Triebwagen sofort Feuer. Sowohl der Führerstand als auch das Erste-Klasse-Abteil brannten total aus. Der Zug kann nach Bahnangaben nicht mehr repariert werden. Die Rückstände des Löschschaums, den die Feuerwehr verwendete, müssen bei einer Bodensanierung entfernt werden. Bild: gf
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Freihung
23.11.2015
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Der Zug mit dem Namen "Stadt Amberg", der am 5. November bei Freihung verunglückte, wird verschrottet. "Er ist nicht mehr zu reparieren", sagte am Montag ein Bahnsprecher auf Anfrage. Derzeit steht das Wrack auf einem Nebengleis bei Neukirchen.

An der Unfallstelle sind nach Auskunft der Bahn Schäden aufgetreten, deren Beseitigung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. So brachen am Bahnübergang Platten und Schwellen gingen zu Bruch. Die Schiene weist Oberflächenfehler auf, der Schotter wurde verunreinigt. "Alle Schäden müssen bereinigt werden, haben aber bei der bestehenden Langsamfahrstelle aktuell keine Auswirkungen auf den Zugverkehr", so ein Bahnsprecher.

"Langsamfahrstelle" bedeutet, dass die Züge am Bahnübergang beim Quarzwerk Strobel, wo der Regionalexpress auf dem Bahnübergang einen Tieflader rammte, mit stark verminderter Geschwindigkeit fahren müssen. Bis zum 9. November war Schritttempo vorgeschrieben. Seither sind 40 Kilometer pro Stunde erlaubt. Das soll gelten, bis alle Schäden beseitigt sind - voraussichtlich Anfang Dezember.

Zu den Schäden zählt auch, dass bei dem Unglück Diesel und Löschschaum in den Schotter und den Entwässerungsgraben flossen. Die Bahn hat laut Landratsamt einen Fachgutachter beauftragt, der vorgibt, wie der Boden zu sanieren ist. Wenn sie das erledigt hat, erstattet sie der Umweltabteilung des Landratsamtes Bericht darüber.

Auch das Wasserwirtschaftsamt Weiden überprüft regelmäßig das Schadensgebiet. "Sofortmaßnahmen waren nicht notwendig, da von keiner akuten Gefährdung für das Grundwasser auszugehen ist", erklärt das Landratsamt, warum man sich für die Sanierung Zeit nehmen kann.

Ebenso wird das Gutachten zur Unfallursache auf sich warten lassen, das die Aussagen des zweiten Sattelzug-Fahrers berücksichtigt. "Es dauert erfahrungsgemäß, bis alle Daten so ausgewertet sind, dass sie ein schlüssiges Bild ergeben", sagte Marco Müller, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Genaueres wusste er zu den vier Verletzten, die am Unfallabend in Krankenhäuser kamen: "Sie sind alle wieder daheim."
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