Zugunglück in Freihungsand
Ermittlungen abgeschlossen

5. November, kurz nach 22 Uhr: Der Regionalexpress nach Weiden erfasst einen am Bahnübergang Freihungsand stehenden Sattelzug. Das Führerhaus begräbt die Lok unter sich - erst nach 400 Metern kommt der Zug schließlich zum Stehen. Archivbild: gf
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Freihung
18.02.2016
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Die polizeilichen Ermittlungen zum tragischen Zugunglück auf der Bahnstrecke Neukirchen-Weiden, Höhe Freihungsand, sind nun abgeschlossen.

Am Donnerstag, 5. November 2015, gegen 22 Uhr stieß ein Triebzug mit einem Sattelzug zusammen, der auf einem Bahnübergang im Ortsteil Freihungsand liegen geblieben war. Der Auflieger der Sattelzugmaschine war beladen mit einem Fahrzeug der US-Armee.

Beim Zusammenstoß starben der 30-jährige rumänische Lenker der Sattelzugmaschine sowie der 34-jährige deutsche Zugführer, welcher sich zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes alleine im Führerstand des Zuges befand. Bei dem Unfall verletzten sich zudem 22 der insgesamt 23 Fahrgäste des Zuges und der 25-jährige Beifahrer der Sattelzugmaschine.

Die Polizeiinspektion Auerbach in der Oberpfalz führte zur Klärung des Unfallherganges umfangreiche Ermittlungen durch, in welche auch ein Einsatzbericht eines Büros für unfallanalytische Gutachten miteinbezogen wurde. Unter anderem veranlasste die Polizei die Auswertung des Fahrtenschreibers der Sattelzugmaschine und der Aufzeichnungen des Schienenfahrzeuges.Die Beamten vernahmen zudem die Fahrgäste und den Beifahrer der Sattelzugmaschine.

Aufgrund der Ermittlungen stehe fest, dass der 30-jährige Rumäne den Sattelzug lenkte, heißt es im Polizeibericht. Der Auflieger der Sattelzugmaschine sei am Bahnübergang massiv aufgesessen, weshalb die Traktion der Sattelzugmaschine nicht ausreichend gewesen sei, das Gespann weiter zu bewegen. Für den Zugführer des herannahenden Zuges, der mit einer Geschwindigkeit von 145 km/h unterwegs war, sei ein Zusammenstoß unvermeidbar gewesen.

Laut Unfallbericht hätte der Fahrer des Sattelzuges erkennen müssen, dass die von ihm geführte Sattelzugmaschine samt Auflieger und Ladung nicht geeignet war, diesen Bahnübergang zu überqueren.

Die polizeilichen Ermittlungen kamen zudem zu dem Ergebnis, dass der Bahnübergang korrekt beschildert war und an der Beschaffenheit des Überganges keinerlei Mängel bestanden. Da sich beide Schranken des Bahnüberganges komplett schlossen, entstand kein Störsignal, obwohl die Sattelzugmaschine auf dem Gleiskörper stand.

Der an der Sattelzugmaschine entstandene Schaden beläuft sich auf 75.000 Euro, Schaden am Zug auf 2.500.000 Euro. Am Gleiskörper entstand zudem ein Schaden von zirka 274.000 Euro.
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