Eine Wissenschaft für sich - das Binden und Werfen einer Fliege
„Zubehör“ von Pfau und Huhn

Tipps für den Fischer-Nachwuchs. (Foto: mna)
Freizeit
Freudenberg
11.05.2016
10
0
 
(Foto: mna)
(Manuela Madsen)

Regelmäßig trifft sich eine Gruppe naturverbundener und sehr kreativer Menschen beim sogenannten Bindetreff im Lokal Bienenhof in Aschach. Immer am ersten Donnerstag im Monat von November bis März wird hier abends in winterlicher Gemütlichkeit über das Binden von speziellen Fliegen für die Fliegenfischerei philosophiert und diskutiert.



Das eine oder andere anschauliche Exemplar entsteht hier ebenfalls. Wie funktioniert eine „Gandalf“ oder was ist ein "Pattegris" und wie fängig sind diese Fliegen dann in der Saison? All das beschäftigt die Fachleute der "Flifis", wie sie scherzhaft auch genannt werden. Schon die Jugend ist davon begeistert.

Der Treff bietet auch während des Jahres immer wieder bei Veranstaltungen Fliegenbinden für Kinder an, so zum Beispiel beim Tag der Regionen in Ensdorf, der jährlich Anfang Oktober stattfindet.

Zum Fliegenbinden gehört eine grundlegende Ausstattung: der Bindestock zum Beispiel, der schließlich den Haken während des Bindevorgangs festhält. Natürlich hängt die ganze Sache dann auch regelrecht am seidenen Faden. Für die Fliege selbst braucht man Material, das Insekten möglichst naturgetreu nachbilden kann. Dafür eignen sich zum Beispiel Pfauen- und Hühnerfedern.

Dichte Unterwolle von Tieren wie Hase, Fuchs oder Bisamratte dient zur Herstellung des Körpers einer Fliege. Dazu werden die Härchen auf den Bindefaden gesponnen und dann um den Hakenschenkel gewunden.

Natürlich wird über die farbenfrohe Darstellung einer Fliege auch ausgiebig gefachsimpelt. Der eine oder andere schwört auf glitzernde, schillernde Köder, um hungrige Fische anzulocken, andere bleiben bei naturnahen Farbtönen und bilden mit ihren braun-grünen Bändern und Fasern "ganz einfach" eine Mücke nach. Sogar Käfer und Spinnen wurden schon imitiert.

Ein Auge für die Natur, allen voran die Insektenwelt, und doch auch Fingerspitzengefühl sind Grundvoraussetzungen für dieses recht ausgefallene Hobby.

Später dreht sich in den Sommermonaten dann alles darum, wie man die Fliegen auch erfolgreich am Wasser präsentiert. Dabei trifft sich wiederum der Kreis der Fliegenfischer zum monatlichen Wurftreff am Landesgartenschaugelände in Amberg. Regelmäßig an Sonntagen von April bis Oktober kann man von 10 bis 12 Uhr Profis und auch Anfänger gemeinsam "Fliegen werfen" sehen.

Und keine Bange, der Haken bleibt hierfür der Fliegenrute erst mal noch fern. Geübt wird Rutenhaltung, Schnurführung und gezielte Platzierung der Fliege am Wasser. Und was so einfach klingt, bedarf in der Praxis durchaus einer Trockenübung.

Dieses Üben lohnt sich, schließlich haben wir in unserer Oberpfälzer Gewässerlandschaft auch den einen oder anderen Fluss, der sich hervorragend zum Fliegenfischen eignet. Dazu gehören zum Beispiel die Lautrach und die Vils.

England wird als das Mutterland dieser eleganten Angelmethode angesehen, was sich in den vielen englischen Begriffen und Ausdrücken widerspiegelt. Heute steigt auch bei uns die Zahl der Fliegenfischer unter den Anglern stetig.

Wo früher vor allem auf Forellen gefischt wurde, stellen nun viele experimentierfreudige Petrijünger erfolgreich den verschiedensten Fischarten, wie Hechten, Weißfischen und selbst Karpfen nach. Experten sind hier durchaus zu finden und geben ihr Wissen immer gerne an die jungen "Flifis" weiter. Dabei steht der schonende und waidgerechte Umgang mit Fisch und der Umwelt natürlich im Vordergrund. Na dann: "Tight Lines" also „gespannte Leinen“ wie sich die Fliegenfischer gegenseitig wünschen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Fliegenfischen (4)Abenteuer Familie (60)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.