Der Bäff feiert mit den Freunden der Glyptothek
Die Politik soll woanders bleiben

Kultur
Freudenberg
04.04.2016
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Etsdorf. "Schee dass d' da bist": Es ist nicht selbstverständlich, dass die Gäste eines humoristischen Abends namentlich und so herzlich begrüßt werden. Obwohl seine Veranstaltungen weit im Voraus ausverkauft sind, freut sich der Bäff über jeden seiner Gäste.

Er feierte mit dem Verein der Freunde der Glyptothek Etsdorf Oberpfalz das 50-jährige Bestehen des Schulgebäudes in Etsdorf, in dem jetzt das Tempelmuseum untergebracht ist. Dazu gab es auch eine kleine Ausstellung mit Bildern vom Bau und den Anfangsjahren der Schule. Doch die meisten Gäste kamen an diesem Abend nicht, um diese Fotos aus den 1960er-Jahren zu bestaunen, sondern wollten den Bäff erleben. Josef Piendl, so sein bürgerlicher Name, ist seit über 20 Jahren bayernweit als Gaudibursch und Gstanzlsänger unterwegs. "Ich bin kein Kabarettist, ich bin Humorist", betonte er: "Es soll einfach ein lustiger Abend werden, ohne Politik - die soll woanders bleiben."

Der gelernte Koch singt nicht nur Gstanzln, sondern schreibt auch eigene, humorvolle Lieder und Gedichte. Diese trug er eingangs von der Bühne aus vor. Dann marschierte er mit der Quetschn ins Publikum, um seine Couplets zu singen - sie sind mittlerweile das Markenzeichen vom Bäff. "Ein Gstanzlsänger muss den schmalen Grad zwischen Derblecken und Beleidigung spüren", betont der Humorist: "Wenn der Sänger überhaupt nicht frech ist, lachen die Leute nicht, aber man darf auch nicht unter die Gürtellinie gehen."

In Etsdorf agierte Bäff sehr intensiv mit dem Publikum. Deshalb hält er schnelles Denkvermögen für eine der wichtigsten Eigenschaften eines Gstanzlsängers: "Man weiß nie, was sich ergibt." Die Einstiegscouplets sind in der Regel vorbereitet, den Rest aber dichtet der Bäff ganz spontan. Er trägt in Oberpfälzer Mundart vor, doch manche Ausdrücke unterscheiden sich sogar innerhalb der Region - dann ist Mitdenken gefragt: "Ich sing's wie ich's mir gedacht hab und ihr denkt einfach mit!"

Auch nach vielen Auftritten - als Hochzeitslader, in Festzelten, sogar im Fernsehen und im Radio - ist "das Kribbeln" noch da. Der Humorist ist dabei sehr streng mit sich: "Jeder Auftritt ist besonders. Auch wenn ich gestern großen Erfolg hatte, muss ich heute bei null anfangen." Aus seiner Sicht ist es in seinem Beruf das Schwierigste, die Menschen zum Lachen zu bringen. Doch gleichzeitig ist das auch das Schönste.
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