Freudenberger rocken ihr altes Lagerhaus
Mit der "Winselbritschn" in die Charts

Kultur
Freudenberg
20.08.2016
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Freudenberg: Lagerhaus |

Freudenberg. (gri) Das hätten sich die Lagerhaus-Arbeiter nicht träumen lassen, dass dort, wo sie einst Kunstdüngersäcke und Zement stapelten, einmal Musikanten auftreten. Doch wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Am Freitagabend verwandelte sich das ehemalige Warenlager der Raiffeisenbank in Freudenberg in eine Kleinkunstbühne.

Der Lastenaufzug funktioniert wie eh und je, die Sackwaage ist noch in Betrieb: Die Halle hat ihren Lagerhaus-Charakter behalten, doch der Heimat- und Kulturverein hat mit Kerzen, einer Licht- und Soundanlage für eine tolle Club-Atmosphäre gesorgt. Die Gäste drängten sich zwischen den Säulen, um einen guten Blick auf die Bühne zu erhaschen.

Zwölfjähriger an der Quetschn


Dort traten zuerst die Freudenberger Gerhard Köbler und Josef Zweck mit Quetschn und Kontrabass auf, bevor Marco Greger aus Amberg seine selbst geschriebenen Songs präsentierte. Greger hatte bereits beim Valentinstagsabend in der Wutschdorfer Molzmühle die Gäste mit seinen Balladen begeistert. Für Gaudi im Saal sorgte der zwölfjährige Nico Simon aus Aschach, der Lieder im Dialekt sang und dazu Ziehharmonika spielte.



Viel Applaus gab es für Marina Schuch aus Freudenberg, die mit einer glasklaren Stimme und Gitarre Lieder aus den aktuellen Charts coverte. Anna und Kathi Zweck, ebenfalls aus Freudenberg, taten es ihr gleich. Die Schwestern begleiteten ihren Gesang mit Gitarre und Piano. Einer der Höhepunkte war der Auftritt der "Meezy Moozy": So nennen sich die drei Musikanten um Hans Miesbeck (Songwriter und Gitarrist). Mit dabei sind Alois Heimler (Percussion) und Josef Zweck (Bass).


Mit einer Vernissage


Miesbeck brachte das Publikum mit seinem Lied von der "Winselbritschn" zum Mitsingen und -klatschen. Das Trio legte dann noch ein paar Kracher drauf - unter anderem die eigenkomponierte Bayernhymne mit dem Namen "Bavaria", die einen Tag am Chiemsee beschreibt. Eine Vernissage gab es im Lagerhaus ganz nebenbei auch noch: Helmut Piehler aus Schleißdorf hatte die Halle mit seinen aus Wurzelholz gefertigten Kunstwerken ausstaffiert.


Stehende Ovationen


Am Schluss ernteten die Musiker und die Organisatoren des Heimat- und Kulturvereins, die mit diesem Projekt ein deutliches Zeichen gegen den Leerstand in der Ortsmitte gesetzt haben, stehende Ovationen. "Diese Halle hat eindeutig Potenzial", war sich der HKV-Vorstand einig, der sich ausdrücklich bei der Raiffeisenbank Hirschau für die vorübergehende Überlassung des Gebäudes bedankte.

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