Freunde des saudummen Geredes
Musikantentreffen der Blechernen Sait'n

Franz Gericke. Bild: ads
Kultur
Freudenberg
04.04.2016
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Schneidige Blasmusik, unverkennbare, boarisch-böhmische Klänge, stimmungsvolle Saitenmusi, herrliche Couplets, außergewöhnliche Armstrong-Imitationen, virtuoses Gitarrenspiel, gewürzt mit Humor: Dieses Menü ließ man sich beim Musikantentreffen schmecken.

Amberg-Sulzbach. Rund 200 Gäste kamen zur Veranstaltung Blecherne Sait'n und Freunde in den Saal des Gasthofs Dotzler in Freudenberg am Wochenende. Den Gastgebern, Franz und Ingrid Gericke, war es bei der vierten Auflage des Treffens gelungen, hochkarätige Gruppen aus Bayern und der Oberpfalz sowie einen ausgezeichneten Moderator aus Oberbayern für ein Stelldichein zu gewinnen. Mit zünftig-flotter Blasmusik begrüßte die Hammerbachtaler Blousn aus Freudenberg unter der Leitung von Wolfgang Augsberger die gut gelaunten Gäste.

Als Lokalmatadoren mit Trompeten, Bassflügelhorn, Akkordeon, Tenorhorn, Bariton und Bass begleiteten die Musiker das Publikum schneidig durch den Abend.

Weinen vor Lachen


Moderator Xaver Reiser aus Steinkirchen genießt als Humorist und Hochzeitslader einen hervorragenden Ruf und sorgte prompt für Lachtränen. Angelika Rinkl und Carmen Pirkl als das Gredbänk-Gsangl aus Neukirchen/Haggn in Niederbayern im Landkreis Straubing-Bogen sangen Moritate mit Begleitung der Drehorgel, die sie mit Bildertafeln veranschaulichten.

Schrecklich rührend waren die Ereignisse, die die Geschwister erfrischend, unterhaltsam und komödiantisch interpretierten. Als Höhepunkt gaben die beiden ein Stückl über Problembär Bruno nach der Melodie vom Jennerwein-Lied zum Besten.

Virtuose Zwillinge


Als sensible musikalische Ergänzung erwies sich das Musikertrio D' Lindnblejh aus Nittendorf bei Regensburg, das mit boarisch-böhmischer Musi, Couplets und saudummen Dahergredt das Publikum erfreute. Sein faszinierendes Repertoire ging über die klassische Volksmusik hinaus und bediente sich Einflüssen aus Swing und Jazz - alles, was Akkordeon und Tuba hergeben. Für einen Höhepunkt des Abends sorgte das Trio mit dem Volkslied "I hob an guatn Freind", das gekonnt verswingt und verjazzt wurde.

Erstmals waren die Gitarristen Robin und Erik Engel aus Amberg zum Musikantentreffen geladen. Die Zwillinge spielen seit dem sechsten Lebensjahr Gitarre und nahmen in jüngster Zeit als Neuntklässler des Max-Reger-Gymnasiums am Landeswettbewerb von Jugend musiziert teil, wo sie den ersten Preis holten. Nun steht die Teilnahme am Bundeswettbewerb an.

Die Blechernen Sait'n, bestehend aus dem Schnaittenbacher Ehepaar Franz und Ingrid Gericke und dem Gitarristen Josef Donhauser, zeigten auch heuer wieder ihre Vielfalt. Wie gut sich eine virtuose Zither mit einer sanften Tuba vertragen, ist bei dem Ehepaar einmalig.

Rausschmeißer am Ende


Franz Gericke brachte natürlich auch seine Louis-Armstrong-Stimme zum Einsatz und erfüllte damit Wünsche von treuen Zuhörern. Am späten Abend endete die gelungene Veranstaltung. Es gab tosenden Applaus und den Maxglaner-Marsch als Rausschmeißer.

Drei Fragen an Franz GerickeBesonders originell und außergewöhnlich

Amberg-Sulzbach. (ads) Einen ausgezeichneten Ruf genießen die Ausnahmemusiker Franz Gericke (50) und seine Frau Ingrid aus Schnaittenbach. In der Formation Blecherne Sait'n treten sie gemeinsam mit dem Etzelwanger Josef Donhauser auf. Bereits zum vierten Mal organisiert das Ehepaar das Musikantentreffen Blecherne Sait'n und Freunde im Dotzlersaal in Freudenberg.

Musikantentreffen gibt es viele. Was ist das Besondere an diesem Abend?

Franz Gericke: Unser Musikantentreffen ist anders. Wir haben keine offenen Treffen, bei der jeder vorbeikommen und mitmachen kann, sondern laden hier immer hervorragende Musikanten der Spitzenklasse ein, die wir teils auf unseren Auftritten im Bayrischen Rundfunk oder Fernsehen kennenlernen durften und schon seit Jahren als Freunde bezeichnen können. Wir geben aber auch dem Nachwuchs eine Chance. Heuer haben wir zum ersten Mal zwei Gitarristen aus Amberg am Start, die bei Jugend musiziert schon erste Preise eingeheimst haben.

Auf was achtet ihr bei der Musikauswahl besonders?

Die Gruppen, die entweder besonders originell, lustig oder auf ihre Art außergewöhnlich sind, sind bei uns genau richtig. Oft waren wir auch schon bei ihnen und haben gemeinsam bei einer Sitzweil musiziert.

Daher kennen wir die Gruppen genau und stimmen den Abend so ab, dass ein Ausgleich zwischen Instrumental und Gesangsstückln herrscht. Neben anspruchsvoller Instrumentalmusik und Gesangsstückln darf dabei der Humor natürlich nicht zu kurz kommen. Unsere unterschiedlichen Moderatoren erfrischen durch ihre unverwechselbare Art. Ein besonderes Augenmerk legen wir darauf, dass Couplets gesungen werden, wie sie bei den Brettl-Spitzen im Fernsehen gepflegt werden, wo wir vor zwei Jahren im Hofbräuhaus in München zu Gast sein durften.

Wird es nächstes Jahr eine Wiederholung geben - gleiche Zeit, gleicher Ort?

Solange das Interesse der Zuhörer anhält, werden wir auch weiterhin unsere bayernweite Kontakte spielen lassen und versuchen auch im nächsten Jahr wieder, die Veranstaltung für Samstag nach Ostern zu organisieren. Großartig unterstützt werden wir dabei vom Wirt Oswald Dotzler, seinem Team und von der Hammerbachtaler Blousn, den Lokalmatadoren.
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