Weiter auf der Suche nach Hauptsponsor
Glyptothek: Bisher steht nur das geistige Fundament

Noch gibt es nur eine Computer-Simulation von der Glyptothek. Doch in den Köpfen der Etsdorfer ist das Projekt bereits fest verankert. Bild: gri
Kultur
Freudenberg
17.03.2016
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Etsdorf. Was haben Eichhörnchen und die Freunde der Glyptothek gemeinsam? Sie ernähren sich mühsam. Aber sie sind auch unglaublich hartnäckig, wie sich bei der Jahreshauptversammlung herausgestellt hat. Weil es immer noch an einem Hauptsponsor fehlt, gab es auch 2015 keinen Baubeginn für den von Künstler Wilhelm Koch geplanten Tempel bei Etsdorf. Dennoch verfolgen Koch und seine Unterstützer ihr Konzept beharrlich weiter. Mit Veranstaltungen, die teilweise bundesweit für Aufsehen sorgten, bereiteten sie das geistige Fundament für das Gebäude, das einmal am Alten Berg bei Etsdorf entstehen soll.

"Wir haben einen schönen Rhythmus gefunden", bilanzierte Koch bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Zum Steinköppl. Der Takt der Glyptotheksfreunde klingt so: Immer zum Asphaltkapellenfest im Frühling startet eine hochkarätige Ausstellung im ehemaligen Schulhaus, dem Tempel-Museum. Heuer sind Bilder des holländischen Starfotografen Lars van den Brink zu sehen. Seine Foto-Serie unter dem Titel "A happy day in Europe" porträtiert Europäer in verschiedenen Ländern, wie sie zusammenkommen, um kreativ zu sein und zu feiern.

Heuer wieder Marathon


Asphaltkapellenfest und Ausstellungseröffnung sind heuer auf Sonntag, 22. Mai, terminiert. Die Schau im Tempel-Museum ist dann bis zum Tag der deutschen Einheit (3. Oktober) zu sehen. An diesem Feiertag fällt wieder der Startschuss für den Tempel-Marathon. Laufsportbegeisterte dürfen sich dann auf der historisch korrekten, 38,5 Kilometer langen Strecke rund um Etsdorf messen.

Das Tempel-Museum hat sich zu einem überregional wahrgenommenen Veranstaltungshaus entwickelt. Auch das nächste Konzert ist ausverkauft: Am Samstag, 2. April, tritt der niederbayerische Humorist und Musikant Josef "Bäff" Piendl auf. "Es ist ein Glücksfall, dass wir das ehemalige Schulhaus auf diese Weise mit Leben erfüllen können", sagte Koch.

Das Schulhaus wird heuer noch bei anderer Gelegenheit in den Blickpunkt rücken. Es ist eines der wenigen intakten und unverfälschten Zeugnisse der Architektur der 1960er-Jahre in der Region. Vor 50 Jahren wurde der Grundstein gelegt. Dieses Ereignis und die Entwicklung des Gebäudes sollen mit einer Extra-Ausstellung gewürdigt werden.

Projekt GlyptothekAuch wenn sich auf dem Baugrund zwischen Etsdorf und Högling nichts tut: "Im Hintergrund laufen viele Gespräche", erklärte Wilhelm Koch zum Stand des Projekts Glyptothek. "Wir machen oft drei Schritte nach vorne und dann wieder zwei zurück." Er versuche nach wie vor, Förderer zu finden, die den Löwenanteil des Vorhabens stemmen. Bei der Suche beteiligten sich auch die Politiker aus der Region. (gri)
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