CSU-Ortsverband Aschach-Immenstetten feiert 70-jähriges Bestehen
Als Reaktion auf den Weltkrieg gegründet

Bei der 70-Jahr-Feier des CSU-Ortsverbands Aschach-Immenstetten wurden einige Mitglieder für langjährige Treue geehrt (von links): Kreisvorsitzender Harald Schwartz, Martin Reiter (15 Jahre), Heribert Kopf (20 Jahre), Thomas Spiess (15 Jahre), Gerhard Meier (15 Jahre), Anton Kopf (20 Jahre), Landrat Richard Reisinger, Josef Schäffer (15 Jahre), Bürgermeister Alwin Märkl, Bezirksrat Martin Preuß; nicht dabei: Wolfgang Kurz (25 Jahre). Bild: sche
Politik
Freudenberg
26.10.2016
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Die Ablehnung des Nationalsozialismus und die Erfahrung gemeinsam erlittener Verfolgung waren ausschlaggebend, dass sich auch in Aschach und Immenstetten im Laufe des Jahres 1946 Männer zusammenfanden und einen CSU-Ortsverband gründeten. Treibende Kraft war damals Ortspfarrer Joseph Geiger. Dieser Schritt jährt sich heuer zum 70 Mal.

Aschach. Der Jubiläumsfeier zum 70-jährigen Bestehen des Ortsverbandes im Bienenhof Aschach ging ein Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder in der St.-Ägidius-Kirche voraus. Pfarrer Eduard Kroher verwies in seiner Predigt auf die Präambel der Bayerischen Verfassung, die sich die Bürger im Hinblick auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs gegeben haben. Zum Abschluss stimmten die Gläubigen in das erst kürzlich im neuen Gotteslob aufgenommene "Gott mit dir, du Land der Bayern" ein.

Pfarrer erster Vorsitzender


Bei der Festversammlung ließ der ehemalige langjährige Ortsvorsitzende Alfred Schorner in einer Präsentation die Geschichte des Ortsverbands Revue passieren. Die Geburtsstunde der Aschacher CSU schlug mit der Wahl eines ersten Vorstands am 13. Oktober 1946. Dies belegen handschriftliche Aufzeichnungen durch Pfarrer Joseph Geiger, die in Kirchenbüchern gefunden wurden. Nach 21 Jahren ging die Ära des dann schon 87-jährigen Geistlichen im März 1967 zu Ende.

Nach ihm führte Alois Stauber, der Kreuzerwirt aus Immenstetten, den Ortsverband 15 Jahre lang. In seine Amtszeit fiel die Gebietsreform mit der Verwirklichung der Eingemeindungsverträge, aber auch Schulprobleme. Zeitgleich gab es Bestrebungen, die in den ehemaligen Gemeinden existierenden Ortsverbände zusammenzuschließen. Als "goldrichtig" erachtete es Schorner, dass der Ortsverband selbstständig geblieben ist. Fünf Ortsverbände bilden heute auf Gemeindeebene eine Einheit, sind aber in ihren Gemeindeteilen weiterhin eigenständig verantwortlich. Nach drei Jahren Vorsitz übergab Josef Seidl die Führung an Alfred Schorner, der 18 Jahre lang an der Spitze stand. Seit 2003 hat Gerhard Meier den Vorsitz inne.

Der Präsentation war auch zu entnehmen, dass der Ortsverband nicht nur maßgeblich an kommunalpolitischen Entscheidungen mitwirkt, sondern auch Spielplatzfeste, Preisschafkopfe oder Spendenaktionen ausrichtet. Für den CSU-Kreisvorsitzenden Harald Schwartz war die Präsenz zahlreicher prominenter Politiker und Gäste ein Zeichen der Wertschätzung des Ortsverbandes. In seiner Festrede beleuchtete er die ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Parteiarbeit. Er verglich das Umfeld von 1946, dem Gründungsjahr des Ortsverbandes, mit der Situation heute. Daran ließen sich 70 Jahre Parteigeschichte ablesen.

Landrat Richard Reisinger erinnerte sich humorvoll an sein erstes Treffen 2007 mit dem CSU-Ortsverband Aschach-Immenstetten im Bienenhof. Auch auf Landkreisebene sei ein Wohlstandsindikator festzustellen: "Die Arbeitslosigkeit liegt bei 2,9 Prozent, die Zahl der Arbeitsplätze ist um 3400 auf über 27 000 gestiegen, die Steuerquellen sprudeln, das Flüchtlingsproblem wurde in den Griff bekommen." Die CSU als gestalterische Kraft in Bayern sei daran maßgeblich beteiligt.

Gute Zusammenarbeit


Bürgermeister Alwin Märkl dankte auch in seiner Funktion als Ortsvorsitzender des CSU-Ortsverbandes Freudenberg dem CSU-Ortsverband Aschach-Immenstetten für die gute Zusammenarbeit. In den vergangenen Jahren habe man die vielfältigsten Fragen zusammen erörtert und bei zahlreichen Projekten zusammengewirkt.

Wichtige Stimme aus AschachEine Anekdote aus dem Jahr 1958 zeigt, dass die Stimme des CSU-Ortsverbands Aschach-Immenstetten in der Partei seit jeher Gewicht hat.

Eine Aufstellungsversammlung im Jahr 1958 im Gasthaus Malteserplatzl sollte über den CSU-Landratskandidaten entscheiden. Zur Wahl standen der amtierende Landrat Dr. Martin Winkler und der Landtagsabgeordnete Dr. Hans Raß. Da man ein knappes Ergebnis befürchtete, zählte jede Gruppierung ihre Mannen. Als man bemerkte, dass der Delegierte und Bischöflich Geistliche Rat Joseph Geiger aus Aschach - ein erklärter Raß-Anhänger - fehlte, bat man Martin Schwarz aus Freudenberg, nach ihm Ausschau zu halten.

Der machte sich daraufhin mit dem Unimog auf nach Aschach, um Pfarrer Geiger zu holen. Der Pfarrer hatte den Termin schlichtweg vergessen. Doch beide kamen noch rechtzeitig zur Abstimmung, die zugunsten von Dr. Raß ausfiel. (sche)
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