Gemeinderat Freudenberg erfährt Ergebnisse der Probebohrung im Bereich Schlauderhof
Zehn Liter Wasser pro Sekunde

Der Pumpversuch förderte Wasser zutage. Zehn Liter in der Sekunde sprudelten, eine Menge, die nicht ganz für die komplette Versorgung der Großgemeinde Freudenberg ausreicht. Bild: sche
Politik
Freudenberg
20.01.2016
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Stimmen Wasserquantität und -qualität? Mit Spannung erwartete der Gemeinderat Freudenberg die Ergebnisse der Probebohrung im Bereich Schlauderhof.

Als Einstieg in seine Präsentation gab der Geologe Udo Hartmann vom Ingenieurbüro Renner & Hartmann einen Überblick über die geologische und geographische Situation in diesem Bereich. Die Bohrung erreichte eine Tiefe bis zu 100 Metern. Bereits bei 28 Meter stieß man auf eine wasserführende Schicht. Bis zu einer Tiefe von 53 Metern wurde das Rotationskern-Bohrverfahren angewandt, anschließend das Lufthebeverfahren. Ein 124 Stunden dauernder Pumpversuch mit vier Leistungsphasen zwischen drei und zehn Liter pro Sekunde folgte.

Pro Tag 1300 Kubikmeter


Hartmann legte dem Gremium dar, dass eine Entnahme von zehn Litern pro Sekunde genehmigt werden könne. Im Hinblick auf die Versorgungssituation der Gemeinde stellte er fest, dass unter Einbeziehung der neuen Anlage und des vorhandenen Brunnens III in Lintach die maximale Wasserentnahme pro Tag bei 1300 Kubikmetern liegt. Laut den Aufzeichnungen der vergangenen zehn Jahre wurden pro Tag maximal 1150 Kubikmeter entnommen. "Eine Versorgung der Gesamtgemeinde ist damit aus den beiden Brunnen möglich und genehmigungsfähig", stellte Hartmann fest. Um unkalkulierbare Ausfälle oder Engpässe überbrücken zu können, sollte der bestehende Anschluss an die Stadtwerke Amberg jedoch als Notverbund aufrechterhalten werden, schlug er vor.

Uran herauszufiltern


Von der Norm abweichende Parameter in der Wasserqualität - es sind dies die Kalcitlösekapazität mit 82,2 mg/l und ein Urangehalt von 0,028 mg/l - sind seiner Meinung nach durch den Bau einer Aufbereitungsanlage leicht in den Griff zu bekommen. Der Geologe betonte, dass Uran ein in der Umwelt weit verbreitetes Schwermetall sei, das in bestimmten Gesteinsformationen vorkomme: "Es handelt sich dabei nicht um das Alpha-strahlende Uran-238, hier steht die Schwermetalloxität im Vordergrund." Das Schwermetall könne herausgefiltert werden, womit unbelastetes Trinkwasser an die Verbraucher gehe, versicherte Hartmann.

Kosten aufgeschlüsselt


Die geschätzten Kosten bezifferte der Planer auf rund 250 000 Euro für das Brunnenbauwerk und 470 000 Euro für die Aufbereitungsanlage. Für die Beseitigung der Engstelle im Bereich der Hammermühle müssten für den Leitungsbau zur Versorgung des nördlichen Gemeindegebietes weitere rund 550 000 Euro aufgebracht werden - "eine Maßnahme, die auch bei einer Entscheidung für eine Fremdversorgung durch die Stadtwerke Amberg notwendig wäre", wie Hartmann unterstrich. In diesem Falle seien die jährlichen Kosten für den Wasserbezug von rund 250 000 Euro sowie einmalig etwa 90 000 Euro für die Versiegelung der Brunnen und die Druckerhöhung zu beachten.

Eine Entscheidung über die weitere Vorgehensweise trifft der Gemeinderat in seiner Februar-Sitzung.
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