Kontroverse Diskussion über Hochwasserschutz in Lintach: Heute Ortstermin
Damm nur „größere Bodenwelle“

Politik
Freudenberg
24.05.2016
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Lintach. In die laufende Dorferneuerungsmaßnahme bezog die Teilnehmergesellschaft Lintach auch den Hochwasserschutz in den Maßnahmenkatalog mit ein. Dessen Umsetzung gestaltet sich, wie sich nun bei einer Bürgerbeteiligung herausstellte, etwas schwierig.

Bekanntlich wurden in der Vergangenheit bei Hochwasser und längerem Starkregen Teile Lintachs überflutet. Eine Verbesserung erwarten sich die Dorfbewohner durch eine Rückhaltung der aus der Flur kommenden Gewässer.

Bedarf an Grundstücken


Thomas Hahn vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz erhoffte sich bei einer Anliegerversammlung im Gasthaus Rehaber Anregungen zu diesem Thema. Vor allem aber wünschte er sich die Bereitschaft der Grundstückseigentümer, benötigen Grund zur Verfügung zu stellen. Rainer Rubenbauer vom Büro Umwelt-Tiefbau-Ingenieure Amberg GmbH stellte einige Lösungsansätze vor und versuchte anhand einer Präsentation, anschaulich die Möglichkeiten zur Gefahrenminimierung aufzuzeigen. "Ziel ist es nicht, Rückhaltungen für ein Jahrhunderthochwasser zu errichten", versprach er. Vielmehr stehe im Vordergrund, die geplanten Rückhaltungen den natürlichen Begebenheiten anzupassen. Trotzdem werde man aber, würden seine Vorschläge umgesetzt, Verbesserungen für die gesamte Ortschaft erreichen.

Während zwei Maßnahmen offensichtlich ohne große Schwierigkeiten umgesetzt werden können, entbrannte bei der Vorstellung eines vorgesehenen Dammbaues und der Errichtung eines Rückhaltebeckens an der Aschacher Straße eine heftige Diskussion. Befürchtungen einiger Grundstückseigentümer, dass damit aus ihren bisher nicht hochwassergefährdeten Grundstücken Sumpfwiesen entstehen könnten, versuchte Rainer Rubenbauer zu entkräften. "Es kommt die gleiche Menge Wasser wie bisher aus der Flur an", betonte er. Der Unterschied ist laut Rubenbauer, dass das Wasser zwischen der Aschacher Straße und der Staatsstraße 2399 gesammelt, zurückgehalten und kontrolliert in die Kanalisation gelangen wird.

Weiterhin nutzbar


Den vorgesehenen Damm bezeichnete er als größere Bodenwelle, dessen Flächen seien weiterhin landwirtschaftlich nutzbar. Rückhaltung formulierte Rubenbauer so: "Das ist die Differenz von Wasser aus der Flur, das ankommt, und dem Wasser, das in das Kanalnetz abfließt." Je leistungsfähiger der Ablauf sei, desto kleiner werde das Becken sein.

Nachdem sich die Anlieger unzufrieden über die Standorte der Bauwerke äußerten, griff Bürgermeister Alwin Märkl den Vorschlag eines Teilnehmers auf, einen Ortstermin anzusetzen. Die Inaugenscheinnahme ist heute ab 13 Uhr, Treffpunkt an der Aschacher Straße.
Ziel ist es nicht, Rückhaltungen für ein Jahrhunderthochwasser zu errichten.Ingenieur Rainer Rubenbauer
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