Zu viel Schlamm im Klärteich

Die Kläranlage in Etsdorf ist in die Jahre gekommen. Bild: sche
Politik
Freudenberg
09.05.2016
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Die mechanisch-biologische Teichkläranlage Etsdorf ist seit dem Jahr 1988 in Betrieb und reinigt die Abwässer der Ortschaft. Bedingt durch diese lange Betriebsdauer und die Betriebsweise sind Maßnahmen notwendig, um die volle Funktionstüchtigkeit der Kläranlage herzustellen.

In einer Präsentation veranschaulichte Diplom-Ingenieur Thomas Dotzler vom Büro Seuss Ingenieure dem Gemeinderat den Maßnahmenkatalog. Derzeit würden rund 153 Haushalte (490 Einwohner) und ein gewerblicher Gastwirtschaftsbetrieb entwässert. Die bestehende Anlage besitze ein betoniertes Absetzbecken, einen Geräteraum, einen Regenüberlauf in den Oxidationsteich mit Buhnen und Leitdämmen und ein Ablaufwerk mit Messwehr.

Genaue Menge unklar


Eine Schlammspiegelmessung im Bereich des Oxidationsteichs habe ergeben, dass dieser bereits zu 70 Prozent mit Klärschlamm gefüllt sei, so dass die erforderliche Aufenthaltsdauer im Trockenwetterfall für die Behandlung des Abwassers nicht mehr eingehalten werde. Im Oxidationsteich seien daher der Klärschlamm und die vorhandenen Sedimente dringendst zu räumen. Dotzler räumte ein, dass eine genaue Ermittlung und Einschätzung der Klärschlammmenge bei einer Teichfläche mit knapp 6000 Quadratmetern nicht möglich sei. Er plädierte dafür, in der Ausschreibung die Bindung der Schlammmenge an einen bestimmten TS-Gehalt (17 Prozent) und die Umrechnung der entnommenen Schlammmenge auf diesen Werte vorzunehmen.

Während der Räumung und den weiteren Sicherungsmaßnahmen sei nach den Vorgaben des Wasserwirtschaftsamtes Weiden der Klärbetrieb aufrecht zu erhalten. Das betonierte Absetzbecken habe ein zu geringes Volumen, um alleinig den Klärbetrieb aufrecht zu halten.

Als Lösung schlug der Planer vor, den Oxidationsteich in zwei nacheinander durchflossene Teiche mit absperrbarer Verbindungsleitung einzurichten. Der in diesem Bereich vorhandene lange Leitdamm hätte sowieso instandgesetzt werden müssen, erklärte der Experte.

Die Abtrennung ermögliche die Arbeiten in zwei Phasen mit jeweiliger Aufrechterhaltung des Klärbetriebs. Außerdem werde dadurch die spätere Bewirtschaftung und Räumung der Teiche wesentlich erleichtert. Die Planungsunterlagen sehen vor, die einzelnen Arbeiten in zwei Phasen zu absolvieren, welche zum Teil auch parallel durch zwei Firmen erfolgen könnten. Zur Anfahrt an Becken und Teich und zum Abtransport des Kläschlamms ist eine Baustraße anzulegen, führte Dotzler aus.

Rund 400 000 Euro


Die Investitionssumme einschließlich der Baunebenkosten schätzte er auf 400 000. Euro. Ein Großteil seien Betriebs- und Unterhaltskosten, zum Beispiel Klärschlammräumung mit Entsorgung, Fugen und Betonsanierung, Sanierung der Einbauten, Instandsetzung der Leitdämme anzusehen, die sich in knapp 30 Jahren Betriebszeit aufsummiert haben.
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