Freudenberger auf den Spuren des berühmten Volkskundlers
Schönwerth schlägt Handy

Aufmerksame Zuhörer im Schönwerth-Märchenpfad: Ein ganzer Bus aus Freudenberg war auf den Spuren des Oberpfälzer Volkskundlers.
Vermischtes
Freudenberg
31.08.2016
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Die Magie der Schönwerth-Märchen wirkt noch heute: Etwas gelangweilt und mit dem Handy in der Hand beugten sich die Buben dem Willen der Eltern und machten die Führung mit. Mit großen Augen und einem selbstgebastelten Traumfänger kehrten die Jungs nach eineinhalb Stunden zurück.

Offensichtlich hatten die Erzählungen, Sagen und Legenden des Oberpfälzer Volkskundlers die Kinder in ihren Bann gezogen und das Handy vergessen lassen.

Die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins (HKV) Freudenberg begaben sich auf die Spuren von Franz-Xaver von Schönwerth (1810 bis 1876). Der gebürtige Amberger gilt neben den Gebrüdern Grimm als bedeutendster Märchensammler im deutschsprachigen Raum.

Bezug zu Freudenberg


Die Regensburger Volkskundlerin Erika Eichenseer hat erst vor zwei Jahren 500 in Vergessenheit geratene Märchen Schönwerths auf einem Dachboden entdeckt. Darunter auch Erzählungen, die aus dem Raum Freudenberg stammen. Schönwerth hat einen Bezug zu Freudenberg: Sein Schwiegervater und engster Berater, Michael Rath, wuchs am Jakobiplatz auf. Einiges, was Schönwerth verarbeitete, darunter Märchen, Sagen und Kinderspiele, stammt aus dem Erfahrungsschatz Raths.

Acht Stationen


In einem Wald bei Sinzing hat Eichenseer einen Schönwerth-Märchenpfad mit acht Stationen eingerichtet. Auf dem einen Kilometer langen Rundkurs können die Märchen mit allen Sinnen erlebt werden. "Schönwerth wird international als noch bedeutender als die Gebrüder Grimm gesehen", sagte sie. "Sein großes Verdienst ist es, dass er das, was der Volksmund erzählte, ungeschönt aufgezeichnet hat. Seine Märchen sind viel authentischer als die der Grimms. Und sie treffen den Kern der Volksseele." Eine große Rolle spielt bei Schönwerth die Ehrfurcht vor der Natur und allem Leben.

Nach der Führung durch den Märchenpfad ging es weiter ins nahe Eilsbrunn, wo die Familie Röhrl ihr Wirtshaus in der elften Generation betreibt. Die Gaststätte und der Biergarten mit seinen mächtigen Kastanienbäumen ist seit 1658 ununterbrochen in Familienhand.
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