Freudenberger Bauernbühne führt Stück "Das Verlegenheitskind" auf
Weiß-blaue Spitzbübigkeit

Seit 40 Jahren sitzt ihm der Schalk im Nacken: Reinhold Escherl.
Vermischtes
Freudenberg
02.03.2016
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Mit dem Stück "Das Verlegenheitskind" hat die Freudenberger Bauernbühne nicht nur dem Publikum ein Geschenk gemacht, sondern auch einem Spieler. Er ist seit nunmehr 40 Jahren dabei und hat der Truppe seinen Stempel aufgedrückt.

1976 hatte Reinhold Escherl auf den Brettern im Wutschdorfer Pfarrsaal seine ganz persönliche Premiere. Am Wochenende feierte er auf dem selben Parkett 40-jähriges Bühnenjubiläum. Und zwar mit einem Schwank, den die Bauernbühne seit ihrem Bestehen bereits zum dritten Mal aufführt: dem "Verlegenheitskind" von Franz Streicher. Schon 1983 und dann noch einmal im Jahr 2000 riss der Dreiakter das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Jetzt ist es wieder so.

Gutes Theater zeichnet sich dadurch aus, dass es den Zuschauer in andere Sphären entführt. Die Bauernbühne hat schon immer verstanden, die Gäste im Wutschdorfer Pfarrsaal zwei, drei Stunden lang in eine imaginäre Welt der weiß-blauen Spitzbübigkeit mitzunehmen. Einer, dem der Schalk dabei sichtlich im Nacken sitzt, ist Reinhold Escherl. In den 40 Jahren seines Engagements feierte er 67 Premieren, 40 davon in Freudenberg. Wenn er nicht bei der Bauernbühne spielte, dann beim Regensburger Bauerntheater, bei den Leuchtenberger Burgfestspielen, beim Oberpfalztheater, beim Amberger Welttheater oder auch auf der Luisenburg.

Beim aktuellen Jubiläumsstück stehen neben Escherl zwei alte Bekannte mit auf der Bühne: Luise Schwarz und Benno Schißlbauer. Beim allerersten Auftritt Escherls, dem "Abendglöckerl" 1976, spielte Schwarz die Hauptrolle. Und Schißlbauer war auch schon 1983 beim "Verlegenheitskind" dabei. Der Titel des Stücks verrät schon sehr viel über den Inhalt. Es geht um einen unehelichen Sprössling, der eine vermeintlich tugendsame Familie ordentlich durcheinanderwirbelt.

Das Ensemble profitiert dabei kräftig von der erst im vergangenen Jahr ins Leben gerufenen Jungen Bühne Freudenberg. Die Nachwuchstruppe steuert mit Elisabeth Meier, Kevin Altmann, Dominik Altmann und Stefanie Strenzel gleich vier neue Akteure bei. Damit geht die Rechnung voll auf, "dass die alten Hasen die jungen Hupfer integrieren", sagt Bauernbühnen-Vorsitzender Norbert Altmann. Weitere Rollen besetzen Barbara Söllner, Armin Scharnagel und Monika Altmann.

Noch 18 Mal fällt in diesem Frühjahr im Wutschdorfer Pfarrsaal der Vorhang. Erst am Samstag, 30. April, ist die Saison zu Ende. Für einige wenige Aufführungen gibt es noch Restkarten. Und dann strebt die Bauernbühne neuen Herausforderungen entgegen. Für den Sommer ist eine Wiederholung des Erfolgsstückes "'S Schwalberl" geplant, für das ja das alte Haberl-Anwesen gegenüber der Molzmühle die Kulisse abgibt. Dazu wird extra eine neue Zuschauertribüne errichtet. Langfristig soll das Anwesen ein fest etablierter Freilicht-Spielort der Bauernbühne werden.
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