Marterlwanderung von Wutschdorf über Witzlricht nach Stauberhof
Am Schwatznhof is umganga

Hubert Basler informierte die zahlreichen Teilnehmer bei der Marterlwanderung über die Entstehung der Flurdenkmale und gab geistliche Impulse mit auf den Weg. Zum Beispiel am Marterl mit dem Gnadenbild der Gottesmutter Maria auf der Straße nach Hainstetten. Bild: bas
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Freudenberg
16.04.2016
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Großen Anklang fand die Marterlwanderung von Wutschdorf über Witzlricht nach Stauberhof und zurück. Hubert Basler erläutert e die geschichtlichen Hintergründe der Bildstöcke, Gedenksteine, Weg- und Feldkreuze.

Freudenberg. (bas) Diese Flurdenkmale erinnern meist an tragische Unfälle im Wald oder auf dem Feld. Sie sind aber auch Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren und schlimme Krankheiten. Geistliche Impulse oder kurze Gebete für verschiedene Anliegen vor den Marterln öffneten den Teilnehmern einen neuen Blick auf die sakralen Kleindenkmäler.

Den Auftakt bildete der Bildstock an der Abzweigung des Loher Feldwegs nach Traglhof, der aus Granit ist und ein Keramikbild des heiligen Martin zeigt. Von dort führte die Route zum gemauerten Kapellenbildstock auf der Riesel am ehemaligen Ortsverbindungsweg nach Witzlricht. Dieses Kirchlein ist von Jakob Walter um das Jahr 1820 zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit erbaut worden.

Weiter ging es am Feldkreuz - von den Bewohnern Bernhardimarterl genannt - über einen steilen Anstieg über den Höllrangen/Luddergraben nach Witzlricht zum Bildstock mit dem Gnadenbild der Gottesmutter Maria an der Straße nach Hainstetten. Über dessen Entstehung gibt es jedoch zwei Meinungen. Angeblich haben die Wallfahrer aus Wernberg an dieser Stelle erstmals die Kirche auf dem Mariahilfberg erblickt. Dorfbewohner aus Witzlricht erzählen aber, dass das Marterl erbaut wurde, weil es auf dem Schwatznhof "umganga" sei, nachdem um 1895 der Vorbesitzer seine Ehefrau ermordet habe. Die Spukerei nahm ein Ende, nachdem Josef Haas den Bildstock errichten ließ.

Auf dem Schwatznhof selbst gab es für die Teilnehmer eine liebevoll organisierte Überraschung. Pfarrhaushälterin Elisabeth Kodalle versorgte die Wanderer mit Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und Zwetschgenknödeln sowie erfrischenden Getränken.

Nach dieser Pause führte die Wanderung zum Wegkreuz der Familie Schmidbauer an der Einmündung der Witzlrichter Straße nach Wutschdorf. Hier kam im Jahr 1969 der zehnjährige Alois mit dem Fahrrad bei einem Zusammenstoß mit einem Auto ums Leben. Nächste Station war der Gedenkstein des ehemaligen Pfarrers Hans Schatz im Kirchen- und Pfarrwald. Schatz war mit der Natur und "seinem" Wald eng verbunden. Zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum im Jahr 1991 ließ er den Stein mit der Aufschrift "Großer Gott, wir loben dich" aufstellen. Nächstes Ziel war der Stock mit einem Armenseelenbild. Am schmiedeeisernen Wegkreuz beim Stauberhof endete die Tour.
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