Sanierung der Kapelle St. Johannes in Hiltersdorf abgeschlossen
Kirchlein wieder ein Schmuckstück

Die Kapelle St. Johannes in Hiltersdorf erstrahlt nach einer kompletten Sanierung in neuem Glanz. Das Kirchlein wird am Pfingstmontag, 16. Mai, wieder eingeweiht. Bilder: hfz (2)
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Freudenberg
11.05.2016
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Die Kapelle St. Johannes in Hiltersdorf erstrahlt nach einer kompletten Sanierung in neuem Glanz. Das Kirchlein wird am Pfingstmontag, 16. Mai, wieder eingeweiht. Bilder: hfz (2)

Die Sanierung der Kapelle St. Johannes in Hiltersdorf ist nahezu abgeschlossen. Der Kapellenverein, seit 2011 Schirmherr des Kirchleins, freut sich, dass am Pfingstmontag, 16. Mai, die Wiedereinweihung erfolgen kann.

Hiltersdorf. Dieser Termin wurde bewusst gewählt, da vor 55 Jahren, am Pfingstmontag 1961, die Kapelle vom Paulsdorfer Benefiziat Emmerich Prohaska und dem Abtkoadjutor Dr. Wolfgang Böhm aus Speinshart eingeweiht wurde.

An der Kapelle, die die Hiltersdorfer 1960 in Eigenleistung errichteten, hatten sich, bedingt durch statische Mängel, immer wieder Schäden gezeigt, etwa Senkungen am Fundament und Risse. Da der Dachstuhl ohne tragende Pfetten ausgeführt und kein Ringanker vorhanden war, drückte die Last von Turm und Dach das Mauerwerk auseinander. Außerdem war das Gebälk stark vom Holzwurm befallen, eindringendes Wasser hatte zu Feuchteschäden geführt.

Im Vorfeld der Dorferneuerung setzte sich der Kapellenverein mit der Gemeinde zusammen mit dem Ziel, dass die Kapellensanierung in die Maßnahme miteinbezogen wird. Dazu musste der Kapellenverein erhebliche Eigenleistungen zusichern. Die örtlichen Vereine, das Kuratbenefizium Paulsdorf und Gönner unterstützten die Sanierung mit Spenden.

Im November 2014 wurde das Fundament unterfangen und verstärkt. Anfang 2015 begann man, Altar und Bänke auszubauen. Dann wurde der Turm abgenommen, das Dach abgedeckt und die Kapelle soweit zurückgebaut, dass im April die Rohbauarbeiten beginnen konnten. Nun fängt ein kompletter Ringanker die Last von Dach und Turm ab. Ein neuer Turm wurde montiert. Beim alten hatte man bei Reparaturarbeiten nur von außen mit Leitern über das Dach Zugang zur Glocke, beim neuen Turm gelangt man von innen an deren Antrieb.

Bereits Ende April 2015 konnte Richtfest gefeiert werden. Der Aufbau der neuen Giebel, das Aufbringen der Dachschalung und das Eindecken des Daches erfolgte in Eigenleistung. Das von Schlossermeister Stefan Heldmann erstellte und gespendete Turmkreuz wurde am Johannestag aufgesetzt. Der heiße Sommer 2015 forderte den ehrenamtlichen Helfern viel Schweiß ab. Da der Außenputz viele hohle Stellen aufwies und unansehnlich geworden war, wurde er komplett erneuert.

Den Innenausbau übernahmen Mitglieder des Kapellenvereins. Koordiniert vom Vorsitzenden Berthold Heldmann, wurde Wochenende für Wochenende an dem Gotteshaus gearbeitet. So musste das Boden-Niveau abgesenkt werden, um einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Eine Feuchtigkeitssperre wurde eingebracht, ein neuer Estrich eingebaut. Der frühere Kunststein-Bodenbelag und die maroden Holzdielen wurden durch Jura-Marmorplatten ersetzt. Die weiß-lasierte Deckenverkleidung ergibt einen lichtdurchfluteten Innenraum. Die Empore verstärkte man mit einem zusätzlichen Leimbinder, so dass auf die störenden Rohr-Stützen verzichtet werden kann. Inzwischen wurde auch der offen gestaltete Vorbau errichtet und die neue Eingangstüre eingebaut.

Großer FesttagAm Pfingstmontag, 16. Mai, wird die Hiltersdorfer Kapelle St. Johannes nach der Sanierung wieder eingeweiht. Um 9.30 Uhr beginnt der Festgottesdienst, den Stadtpfarrer Ludwig Gradl (Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit Amberg), der Paulsdorfer Seelsorger Stefan Hirblinger und Pfarrer Bruno Todt, selbst Mitglied des Kapellenvereins, zelebrieren. In diesem Zusammmenhang erhält auch der neugestaltete Hiltersdorfer Dorfplatz den Segen. Dort rundet anschließend ein Fest, das die Hiltersdorfer organisieren, die Einweihungsfeier ab. Die Bevölkerung ist dazu eingeladen.


St. JohannesDie Glocke

Beim Gottesdienst zum Dorffest im Juli 2015 läutete zum ersten Mal nach Beginn der Arbeiten die Glocke wieder. Diese stammt aus dem Jahre 1922, die Firma Gugg (Straubing) hatte sie gegossen. Bevor sie 1960 in die Kapelle kam, war sie Meldeglocke auf dem alten Hiltersdorfer Feuerwehrhaus.

Der Altar

Anfang 2016 wurde der Altar wieder eingebaut, der den heiligen Johannes zeigt und aus dem 18. Jahrhundert stammt. Er befand sich früher in einer Hauskapelle in Amberg. Der Kaufmann und frühere Jagdpächter Heinrich Storg hatte ihn 1960 den Hiltersdorfern geschenkt.
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