Antworten auf brennende Fragen

"Heizen mit Holz": Energieberater Richard Plössner (rechts) klärte beim Info-Abend der Siedlergemeinschaft Friedenfels über neue Grenzwerte auf. Vorsitzender Otmar Zeitler dankte dem Referenten für die vielfältigen Informationen. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
07.10.2014
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Angesichts strengerer Grenzwerte wird es so manchem Kaminofenbesitzer heiß - noch lange, bevor er überhaupt anheizt. Geballte Informationen lieferte bei einem Vortrag Bezirksschornsteinfeger Richard Plössner.

Der Info-Abend der Siedlergemeinschaft zum Thema "Heizen mit Holz" interessierte. Vorsitzender Otmar Zeitler freute sich über eine volle Veranda im Café Kohl, als er Bezirksschornsteinfeger Richard Plössner im Namen der Siedler begrüßte. Der Energieeffizienz-Experte lieferte den Hausbesitzern und Mitgliedern viele Hintergrundinformationen zur "Novelle der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes".

Geregelt ist darin, welche Grenzwerte kleine und mittlere Feuerungsanlagen in privaten Haushalten und kleingewerblichen Betrieben einhalten müssen. Solche Öfen, wie sie viele zu Hause stehen haben, pusten gesundheitsgefährdende Stoffe wie Feinstaub und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in die Umwelt, wusste Plössner. Er sah es als "wichtigste lufthygienische Herausforderung unserer Zeit", die Feinstaubbelastung zu verringern. Richard Plössner verwies auf Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation. Diese besagten: Die gegenwärtige Belastung mit Feinstaub führt in Deutschland zu einer Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung um zehn Monate. Vor allem Holzöfen verursachen diese Emissionen. Was bringt nun die aktuelle Gesetzeslage mit sich? Die Schornsteinfeger müssen neue Heizungsanlagen kontrollieren. Sie messen, ob die Emissionsgrenzwerte eingehalten werden, so Plössner. "Auch Einzelraumfeuerungsanlagen müssen Grenzwerte einhalten." Hier finde eine Typprüfung beim Hersteller statt, bevor der eine neue Anlage auf den Markt bringe, erläuterte der Referent. "Die Emissionsgrenzwerte für Heizungsanlagen und Einzelraumfeuerungsanlagen werden stufenweise verschärft." So sind bereits ab Januar 2015 erneut niedrigere Werte einzuhalten. Viele moderne Anlagen würden den Anforderungen bereits gerecht.

Dennoch seien insgesamt rund 4,5 Millionen Öfen von einer Nachrüstung mit Staubfiltern oder vom Austausch betroffen. "Hierunter fallen vorrangig alte Anlagen, die als Zusatzheizung neben einer zentralen Heizungsanlage betrieben werden." Plössner weiter: "Bis zur Nachrüstung oder zum Austausch waren solche Anlagen im Schnitt 30 Jahre in Betrieb."

Weniger Qualm

Um die Feinstaubemissionen aus Kleinfeuerungsanlagen von 24 000 auf 16 000 Tonnen bis zum Jahr 2025 senken zu können, seien auch verbesserte Verbrennungstechniken nötig. Dies minimiere zudem Geruchsbelästigungen. "Hausbesitzer und Betreiber von neuen Einzelraumfeuerungen müssen darauf achten, dass sie beim Kauf eine Herstellerbescheinigung erhalten, die das Einhalten der Emissionsgrenzwerte dokumentiert." So mancher vorhandene Ofen müsse eventuell mit Staubfiltern nachgerüstet werden.
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