Bio-Lagerhaus lockt Öko-Bauern

Lokales
Friedenfels
27.06.2015
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Trocken waren diese Informationen wirklich nicht. Erst besichtigten die Öko-Bauern den Bio-Ackerbau und das -Lagerhaus der Güterverwaltung Friedenfells. Und dann wurde das erste Fass Bio-Zoigl angezapft.

Über 70 Öko-Landwirte und Interessierte waren der Einladung gefolgt. Auf dem Gutshof der Friedenfelser Betriebe hieß Betriebsleiter Christof Angetter sie zur gemeinsamen Veranstaltung des Naturland-Betriebes der Friedenfelser Güterverwaltung, der Bioland-Gruppe nördliche Oberpfalz und der Öko-Modellregion Steinwald-Allianz willkommen. Dass Bio "in" ist, zeigten die vielen angereisten Landwirte aus den Landkreisen Wunsiedel und Hof sowie dem Raum Weiden.

Auf dem Programm standen zunächst die Ackerflächen des Bio-Umstellungs-Betriebes der Güterverwaltung. Dort konnten sich die Teilnehmer ein Bild von den Getreideflächen, einem Erbsenacker sowie vom Bio-Raps machen. Angetter informierte über die jeweilige Kultur und gab Auskunft über Sorten, Anbaumaßnahmen und Bodenbeschaffenheit. "Biodiversität und Naturschutz werden auf den Flächen von Baron von Gemmingen-Hornberg groß geschrieben", betonte er. So seien bereits vor vielen Jahren Sträucher- und Gehölzinseln angelegt worden, auf denen das Wild auf der freien landwirtschaftlich genutzten Fläche Deckung finden könne.

Her mit dem Bio-Getreide

Zurück im Gutshof, berichtete Christof Angetter von der Bio-Zertifizierung des Lagerhauses in Friedenfels. "Öko-Bauern in der Region können bereits zur diesjährigen Ernte Bio-Getreide anliefern." Als eher kleines Lagerhaus mit 10 Metallsilos mit je 45 Tonnen und zwei großen Betonsilos mit insgesamt 500 Tonnen Fassungsvermögen ist es nach seinen Worten wie geschaffen für die Bio-Schiene.

Öko-Modellregion-Projektmanager Günther Erhardt referierte in einem weiteren Programmpunkt über bereits angelaufene Projekte sowie die Veranstaltungen, die in der Zeit als Öko-Modellregion veranstaltet wurde. So seien nach einer "Kennenlernphase" der Betriebe aus der Region mit zwei Auftaktveranstaltungen die Weichen für mehrere Projekte gestellt worden.

Unter anderem stand die Öko-Modellregion einem Schlachtunternehmen für die Bio-Zertifizierung beratend zur Seite. "Auch auf Sonderkulturen, wie Topinambur oder Mohn, wird in der Öko-Modellregion großes Augenmerk gelegt", informierte Erhard. Derzeit werde in Zusammenarbeit mit einem regionalen Bäcker an einer Rezeptur für Topinambur-Brot gearbeitet. Dieses gab es bereits beim Friedenfelser Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr zusammen mit Topinambur-Eintopf und -Pralinen zum Probieren.

Nicht nur für die Bio-Fachleute, sondern für alle Interessierten wurden nach Erhards Worten bereits zwei erfolgreiche Kochkurse mit Bio-Lebensmitteln zum Thema Fleisch durchgeführt. "Weitere Kochkurse sind im Herbst im Rahmen der bayerischen Öko-Erlebnistage geplant." Die neue Projektmangerin Elisabeth Waldeck, die seit Mai 2015 in der Steinwald-Allianz für die Öko-Modellregion zuständig ist, stellte sich ebenfalls vor. Sie informierte die Teilnehmer über die nächsten Vorhaben.

So erscheint in Kürze ein Flyer mit allen Direktvermarktern und Naturkostläden im Gebiet der Steinwald-Allianz. Außerdem gab Waldeck bekannt, dass sich die Projektmanager der Öko-Modellregion mit den Bio-Betrieben der Region an einen Tisch setzten möchten, um im gemeinsamen Austausch die Projekte voranzubringen.

Prost Mahlzeit!

Eine Premiere gab es beim gemütlichen Teil am Abend. Das erste Fass Bio-Zoigl der Friedenfelser Schloßbrauerei wurde angezapft. Zusammen mit den Wildpolnischen aus der Friedenfelser Jagd, Broten und Semmeln von Bio-Bäcker Forster und Sauerkraut von Josef Schmidt, Mitarbeiter der Öko-Modellregion, ließen es sich die Anwesenden schmecken.
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