Bio schmackhaft machen

Elisabeth Waldeck zog erste Bilanz der Öko-Modellregion Steinwald und stellte die anstehenden Planungen vor. Bild: hfz
Lokales
Friedenfels
16.11.2015
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Bio ist "in". Und mit dem Label hat die Öko-Modellregion Steinwald noch viel vor. Schließlich gilt Friedenfels als die Keimzelle.

Ein Jahr nach dem Start des staatlich anerkannten Projekts zogen Martin Schmid Elisabeth Waldeck in der Schlossschänke erste Bilanz. Die 16 Kommunen der Steinwald-Allianz arbeiten an dem Ziel, den Ökolandbau zu fördern. Und ihre Bemühungen haben sich gelohnt. Am interessantesten erscheint der kräftige Zuwachs an Bio-Betrieben von 25 Prozent. 45 Betriebe bewirtschaften derzeit 1225 Hektar nach biologischen Gesichtspunkten.

Herausstechend ist vor allem die Stellung von Friedenfels, denn hier wuchs die Zahl der Bio-Betriebe innerhalb eines Jahres von null auf fünf. Mit den Friedenfelser Betrieben hat die Öko-Modellregion zusätzlich einen landwirtschaftlichen Modellbetrieb, der seine Erfahrungen mit der Bio-Umstellung interessierten Landwirten zur Verfügung stellt.

Schmid lobte die unproblematische Zusammenarbeit mit dem Bauernverband sowie die gelungene Einbindung der Kommunen und der Politik. Doch nicht nur der Zuwachs an Öko-Betrieben lässt sich dem regen Treiben der Öko-Modellregion zuschreiben. Das bereits erhältliche Bio-Mohnöl ist ebenfalls ein Produkt aus diesem Hause. Mitarbeiter Josef Schmidt referierte über den von ihn angebauten Mohn, der zu den Hoffnungsträgern in der Region zählt. Außerdem sprach er die Bio-Rinderhaltung im Steinwald an.

Bei der Errichtung eines Bio-Schlachthofes erreichten die Mitarbeiter der Öko-Modellregion in den letzten Wochen bereits einen großen Fortschritt: Die Landmetzgerei Ackermann mit Schlachthof ist seit Mitte September Bio-zertifiziert, sodass Bio-Bauern nicht mehr die nächstgelegenen Schlachthöfe in Erlangen, Bayreuth, Kulmbach oder Landshut anfahren müssen.

Weitere Großprojekte sind der Anbau von Topinambur, eines kartoffelähnlichen Knollengemüses, von Bio-Beerenobst und Bio-Raps. In allen Bereichen soll der Anbau und die Vermarktung ausgeweitet werden. Vor allem die Lagerung der Erzeugnisse stellt viele Bauern vor Probleme. Hier wird abermals die Wichtigkeit der Friedenfelser Betriebe deutlich: Mit ihrem Bio-Lagerhaus geben Sie den Landwirten die Möglichkeit, ihre Produkte schnell und unkompliziert einzulagern. Die Modellregion plant Bio-Back- und Kochkurse, bereitet Projekte rund um die biologische Vielfalt vor, verknüpft bestehende Themen mit anderen Regionalprogrammen, belebt den Öko-Tourismus und will die die regionale Fleischvermarktung vorantreiben. Außerdem wird die Steinwald-Allianz einen Verlängerungsantrag für die Öko-Modellregion beim Landwirtschaftsministerium einreichen, um für weitere drei Jahre Unterstützung zu erhalten.

Lebhaft diskutierten die Teilnehmer vor allem das Thema Bewusstseinsbildung. Was kann getan werden, um den Menschen in der Region biologische Lebensmittel schmackhaft zu machen?
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