Derber Humor kommt an

Thomas Schlosser (Dritter von rechts) als seniler Otto Mops baut sich vor dem Erfinder und seinem "Anhängsel" auf und erzählt ihnen das Blaue vom Himmel. Bild: roh
Lokales
Friedenfels
05.05.2015
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Der Schwank gefiel. Für die Bewirtung gab es höchstes Lob. Und so war der Behindertennachmittag von Rot-Kreuz-Bereitschaft und Laienspielgruppe Friedenfels in der Steinwaldhalle ein voller Erfolg.

(roh) In Teamarbeit sorgten BRK und Laienspieler am Samstag für einen Unterhaltungsnachmittag, der sicher noch lange in guter Erinnerung bleibt. Das Treffen war bestens besucht. Grund dafür war besonders die Sondervorstellung des Lustspiels "Tante Tillys Testament", das die Laienspielgruppe als Spektakel mit vielen Höhepunkten inszenierte.

Ein großer Kreis befreundeter Behinderter und Betreuer füllte die für Rollstuhlfahrer bestens geeignete Steinwaldhalle. Auf den Stühlen im hinteren Teil saßen weitere Besucher, die sich einen vergnüglichen Theaternachmittag gönnten.

Nach dem Willkommensgruß durch BRK-Bereitschaftsleiterin Andrea Winkler lag die Organisation der Bewirtung in den bewährten Händen des Friedenfelser Roten Kreuzes. Jugend-Rot-Kreuz und die fleißigen Helfer ernteten von Bereitschaftsleiterin Andrea Winkler und BRK- Kreisgeschäftsführer Holger Schedl ein Sonderlob. "Einsatz und persönliche Betreuung der Gäste sind wieder einmal vorbildlich." Zweiter Bürgermeister Oskar Schuster freute sich über die große Besucherzahl. "Es macht uns immer wieder viel Spaß, für euch da zu sein." Sein Dank galt der Theatergruppe. Die Ankündigung, die Kosten für Brezen und Getränke übernehme die Laienspielgruppe, fand kräftigen Beifall.

Nach Kaffee und Kuchen schepperte die Kuhglocke. Petra Würth und Jürgen Schultes kündigten den ersten Akt an. Die Aufführung unter Regie von Sandra Wittmann war ein Humor-Feuerwerk. Das Ensemble agierte voller Spielfreude.

Wirrungen

Das Publikum ergötzte sich, wie sich ein Streit um ein Erbe entzündet, Cleopatra (Gabi Lang) die Liebe zum Alkohol zelebriert und der Pfarrer (Jürgen Schultes) in Verdacht gerät, aber nur die Finanzierung seiner neuen Glocke im Kopf hat. "In Aussicht des Erbes höre ich sie schon läuten." Die Reibereien einer modernen Gesellschaft, Wirrungen um Pfarrer, Alkohol, Köchin und Untermieterinnen darf das Publikum voll auskosten. Aus dem Bad, "das nur der Herr Pfarrer und ich benutzen", so die Köchin (Jutta Schlicht), stolziert die attraktive Untermieterin (Petra Würth) - nur mit einem Handtuch bedeckt. Die bedauernswerte aber handfeste Köchin, die mit dem Vorwurf leben muss, der Verkehr ginge die nächsten 100 Jahre an ihr vorbei, empört sich über die drei weiblichen Untermieter (Adelheid Horn, Petra Würth und Gabi Lang) im Pfarrhof und revanchiert sich, der Pfarrer möchte das Arbeitszimmer "ungezieferfrei" nutzen.

Mit Wohlwollen sehen die Zuschauer, wie sie nach langem Hin und Her ihr Glück findet und zwar bei Otto Mops (Thomas Schlosser), der zunächst mit der Kraft seiner Darstellung und seinem großen Plüschbären kuschelnd als "zweibeiniges Erbe" den Hilflosen mimt, aber bald mit allen anwesenden weiblichen Gästen seine Späße treibt. Das Publikum dankte mit Beifallsstürmen und entließ das Ensemble nach drei Vorhängen.
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