Die Autos der Dziajlos

Autos und Motorsport sind ihre große Leidenschaft: Das Friedenfelser Ehepaar Nikolaus und Sabine Dziajlo kämpften am Wochenende beim Wettbewerb um den Friedenfelser Berg-Classic-Preis um die begehrten Plätze auf dem Siegerpodest. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
14.06.2015
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Autos und Motorsport sind ihre Leidenschaft: Am Wochenende durften Nikolaus und Sabine Dziajlo beim Rennen um den Friedenfelser Berg-Classic-Preis auf der Strecke zwischen Friedenfels und Poppenreuth ihrem beliebten Hobby ausgiebig frönen.

Sieben außergewöhnliche Fahrzeuge gehören dem Friedenfelser Ehepaar mittlerweile: Vier BMWs und ein VW-Käfer sowie ein BMW sowie ein Speedway-Auto - beide ohne Zulassung und nur für Renn-Einsätze. Strikt getrennt hingegen sind die Rollen im Motorsport. Nikolaus Dziajlo: "Sabine hat ihren VW-Käfer, Baujahr 1968, ich hab meinen BMW 1602, Baujahr 1972. Bei den übrigen Autos heiß es jedoch im Hause Dziajlo ,unsere Autos'", meint er lachend im Gespräch mit dem NT. Nikolaus Dziajlo nennen seine Freunde im Automobilclub und viele Bekannte nur Nik oder Klaus.

Mit dem Käfer zur Arbeit

Sabine bezeichnet den Oldtimer in den Sommermonaten auch als ihr Arbeitsfahrzeug und will es nicht mehr im Alltag missen. Die Altenpflegerin fährt, wenn es das Wetter zulässt, täglich von Friedenfels zu ihrer Arbeitsstätte ins Altenheim nach Kemnath. Kaum ist sie auf der Station, sagen ihr die Heimbewohner: "Wir haben dich schon kommen hören." Der Sound des Käfers ist legendär. Nicht aufdringlich aber dennoch von weiten zu hören. Der Klang des Boxermotors verdreht vielen "Autonarren" im besten Wortsinn den Kopf.

Zustande kamen unverkennbarer Klang und Leistungssteigerung bei diversen Versuchen, Änderungen und Umbauten am Motor. Er ist höher verdichtet und braucht mehr Luft. Zwischen acht und elf Liter Sprit schluckt der Käfer auf 100 Kilometer. Aus den 1200er Motörchen mit 34 PS wurde mittlerweile ein "1600er" mit einer Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h. Alles vom TÜV abgenommen und in den Papieren eingetragen. "Meine Frau ist der Designer und ich bin der Macher", lacht Nikolaus Dziajlo, der täglich außer sonntags nach Feierabend mindestens zwei Stunden an seinen Autos schraubt und neue Ideen umsetzt. Allein rund 1200 Stunden, schätzt er, hat er in das Fahrzeug von Sabine investiert.

Benzinhahn auf "Reserve"

Im Innenraum ist dennoch vieles original. Heizung, Radio - im Handschuhfach befindet sich für alle Fälle ein CD-Player - sowie Blinker, Fernlichtleuchte und Scheibenwischer sind ebenfalls Baujahr 1968. Keine Lüftung und keine Tankuhr besitzt der Käfer. "Wenn er zu stottern beginnt, muss ich schnell rechts ran fahren und den Benzinhahn unten im Fußraum auf Reserve umlegen", erzählt Sabine. Neben einem neuen Fahrwerk, einer verstellbaren Vorderachse, einem anderen Getriebe und einer elektrischen Benzinpumpe wurde die Trommel- durch eine Scheibenbremse ersetzt. Mit seinem sechs Grad negativen Sturz legt der Käfer ein Fahrverhalten an den Tag, das dem eines Karts ähnelt. "Für Gebissträger ist mein Oldtimer nicht zu empfehlen." Kanaldeckel und Löcher in Straßen werden umfahren. Auch am BMW ließ der gelernte Kfz-Mechaniker seinen Versuchen freien Lauf. "Die Testphase ist aber noch immer nicht vorüber", meint Dziajlo und erzählt, dass er derzeit über den Einbau einer frei programmierbaren Zündung ist. Auch die Verdichtung hat er bereits erhöht, eine neue Auspuffanlage eingebaut und auf dem Prüfstand brachte der Alpina-Motor mittlerweile runde 190 PS, Höchstgeschwindigkeit 210 km/h. Dziajlo fährt lieber Bergrennen oder wie am Wochenende Gleichmäßigkeitsprüfungen. An Auto-Slaloms nimmt er selten teil. "Es ist doch blöd wenn man Kurven fahren muss, wo gar keine Kurven sind." Das Ehepaar hat zahlreiche Rennen, Ausstellungen, Vorführungen und Oldtimerrallys besucht und Preise errungen.

Wiederholen wollte Sabine Dziajlo am Wochenende die Platzierung von 2012 am Friedenfelser Berg: Vor drei Jahren wurde sie im über 30 umfassenden starken Teilnehmerfeld Erste, Ehemann Nikolaus in der gleichen Wertungsklasse "nur" Sechster. "Ich war in beiden Läufen der schnellere Fahrer gewesen, Sabine war die gleichmäßigere."
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