Die Zuhörer ins Herz getroffen

Ingrid Leser, Elfriede Dietrich und Marianne Schnurrer (von links) bei der Aufführung in Friedenfels. Bild: roh
Lokales
Friedenfels
04.12.2015
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Ludwig Thomas "Heilige Nacht" ist immer wieder ein berührendes Stück. Stiftländisch gesprochen und gesungen, wird den Besuchern immer "antrisch".

Ein glänzender Einstieg in den Advent gelang der Katholischen Pfarrei am Sonntagabend mit die "Heilige Nacht" in stiftländisch. Die grandiose Dichtung von Ludwig Thoma hat Maximilian Schnurrer verfeinert.

Der frühere Leiter der Kreismusikschule, der auch den Text neu bearbeitet und die Musik geschrieben hat, führte in die Weihnachtslegende ein. Gerade im einheimischen Dialekt ging die alt bekannte Geschichte den Leuten sehr nahe. Sänger und Erzähler und die gedämpfte Beleuchtung mit nur wenigen Wachskerzen, ließen die Besucher die Besonderheit jener "Heiligen Nacht" verspüren. Äußerst eindringlich und unglaublich detailliert wurden die Erlebnisse von Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem beschrieben. Schnurrer machte deutlich, dass die dialektische Fassung, die er sich in der Pension vorgenommen hatte, gar nicht so leicht war, zeigte er die Nuancen im gesprochenen Wort zwischen Tirschenreuth und Waldsassen auf. Mit dem Hinweis, dass Ludwig Thomas Ahnen aus der Klosterstadt stammen, überraschte er die Anwesenden. Erlesene und bewährte Kräfte zeichneten in Wort und Gesang in Anlehnung an die Texte der Heiligen Schrift Christi Geburt in der "antrischen" Nacht nach.

Ingrid Leser trug mit sympathischer Stimme die Hauptlast der Vortrages. Als überzeugende und mitreißende Sprecherin, gut verständlich bis im letzten Winkel der Kirche, imitierte sie sowohl die weiblich klagende Maria als auch den optimistischen Josef mit männlicher Prägung. Das drohende Aufbrausen und das schroffe Abweisen der Herbergsbesitzer gelang allein mit der Stimme erschreckend realistisch und ließ die Zuhörer erschaudern.

Reine Frauenstimmen, Marianne Schnurrer, Sopran und Akkordeon und Elfriede Dietrich, Alt, unterstrichen eindringlich nach jedem Hauptstück die Bedeutung dieser einmaligen Nacht. "Inn Woold iss sua schdaad", "Und dra(a)ss göid da Wind", "Woos äbba dees bedeit", "Es mooch niat finsta wäan, es bleibt sua höll", "Und koama koi Bettschdood und koama koi Wöing, .." kriegen, dann ...

Das war der Moment, an dem die Gläubigen tief ergriffen großen Applaus spendeten. Der Eintritt war frei, freiwillige Spenden werden einem guten Zweck in der Pfarrei zugeführt. Maximilian Schnurrer bedankte sich bei Regina Wildenauer von der Gemeinde, Lucie Schmidt vom Pfarrbüro und Mesner Peter Steinhauser, die diese "Heilige Nacht" erst ermöglicht hatten.
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