Eine Brücke nach Indien

Ehrfürchtig übernimmt (von links) Pfarrer Siegfried Wölfel von Kardinal Dominik Duka und vom Abt Philipp Lobkowitz vom Kloster Tepla eine Reliquie des Hl. Johannes Nepomuks in Prag. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
15.11.2014
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Die guten Kontakte des Ruhestandspfarrers Siegfried Wölfel nach Tschechien, haben zwei ganz besondere Geschenke für die neue Kirche in Parappur in Indien ermöglicht. Es handelt sich dabei um Erde aus Pomuk und eine Reliquie des Heiligen Nepomuk.

Die mittlerweile 30-jährige Freundschaft zwischen Pfarrer Siegfried Wölfel und dem Bischof von Melbourne (Australien), Bosco Puthur förderte in den vergangenen Jahren die persönlichen Kontakte und Partnerschaften des Friedenfelser Ruhestandsgeistlichen zu dem Geburts- und Heimatort des indischen Geistlichen.

Parappur ist eine Kleinstadt im Südwesten Indiens im Bundesland Kerala mit rund 33 000 Einwohnern. Die Kirche unter dem Schutzpatronat des Hl. Nepomuk ist einsturzgefährdet und bereits über 500 Jahre alt. Derzeit wird eine neue große Kirche gebaut. Das große Engagement um soziale und kirchliche Belange in Indien hat Siegfried Wölfel weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt gemacht. Neben der Betreuung seines Waisenhauses im südindischen Kanyakumari, das er nach dem Tsunami 2004 zusammen mit der Katholischen Kirche errichtet hat und von ihm betreut wird, war es dem "Unruhestandspriester" ein großes Anliegen auch den neuen Kirchenbau in Parappur zu unterstützen. Wölfel lag es dabei besonders am Herzen einen Beitrag für den heutigen Brückenheiligen und Schutzpatron zu leisten. Nepomuk ist in Parappur ein beliebter Vorname, fast jeder zweite Junge heißt so. Naheliegend war es deshalb für den Geistlichen den Schutzpatron auch in der neuen Kirche besonders zu würdigen. "Heute sehen wir den Brückenheiligen auf Hunderten von Brücken stehen, mit dem Kreuz und mit dem Finger am Mund". Er ist auch der Patron der Flößer, Müller, Schiffer, der Beichtväter und aller Priester. Wölfel hat auch gute Verbindungen zu den Kirchenverantwortlichen in Prag, Kardinal Dominik Duka und Abt Philipp Lobkowitz vom Kloster Tepla. Das machte es möglich, Erde aus Pomuk in Böhmen, dem Heimatort des Hl. Nepomuk und vom Kloster Sankt Ägidius, wo Johannes Nepomuk lange Jahre gelebt hatte nach Parappur in Indien zu bringen.

Bestätigt wird die außergewöhnliche Aktion in einer Urkunde die von Kardinal Dominik Duka unterzeichnet ist. Die Erde und die Urkunde sind mittlerweile bereits im Fundament der neuen Kirche in Parappur eingemauert. Den kostbarsten Schatz jedoch, eine kleine Reliquie des Heiligen, bewahrt Wölfel derzeit im Pfarrhof in Friedenfels auf.

Sie wurde ihm kürzlich vom Erzbischof und Kardinal Duka in Prag übergeben. Weiterleiten und aushändigen wird er sie an seinen Freund Bischof Bosco Puthur zwischen dem 15. Und 19. Januar 2015, wenn der Oberhirte von Melbourne in Friedenfels zu Gast ist.

Der kostbare Gegenstand der religiösen Gläubigkeit soll nach dem Wunsch der beiden Freunde in einer Reliquienmonstranz integriert und künftig auf dem Hochaltar der neuen Kirche in Parappur verehrt werden. Einweihung und Eröffnung soll im kommenden Sommer erfolgen.
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