Entscheidung bis zum Herbst

Der Geschäftsführer der Friedenfelser Betriebe, Thomas Schultes, nahm Stellung zu der Eigeninitiative und den Bemühungen zum Bau einer Schilfkläranlage. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
18.05.2015
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Das Thema interessierte: Die bereitgestellten Stühle im großen Saal waren restlos belegt. Über 220 Besucher wollten von Bürgermeister Gottfried Härtl informiert werden, wie es weitergeht mit dem Projekt Kläranlage.

Die wichtigste Maßnahme für den Erholungsort stand bei der Bürgerversammlung am Freitag in der Schloßschänke im Vordergrund. Härtl erinnerte an die wichtigsten Entscheidungen und verwies auf den Grundsatzbeschluss zum Bau einer gemeinsamen Kläranlage mit Krummennaab im Friedenfelser Gemeinderat bereits am 19. November 2008. "Einen langen Zeitraum nahm allerdings in allen drei beteiligten Gemeinderäten die Frage in Anspruch: Wie organisiert man ein solches Vorhaben?" Die Abwicklung über ein gemeinsames Kommunalunternehmen oder über einen Zweckverband seien im Raum gestanden. Es folgten eine Beschlussfassung über die Kostenverteilung, die Zustimmung zu einer Zweckvereinbarung für die Erstellung einer Planung, eine Beschlussfassung über die Auftragsvergabe zur Planung, gemeinsame Messungen durch die eigenen Klärwärter, die Dimensionierung der Kläranlage und die Festlegung der Einwohnerwerte.

Auch die am 15. April erfolgte Zustimmung zur Zweckvereinbarung mit der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab zur Abwasserbeseitigung sei vom Gemeinderat mehrheitlich befürwortet worden; lediglich die Einwilligung einer Grunddienstbarkeit durch Freiherr Eberhard von Gemmingen Hornberg habe gefehlt. "Wenn ein Privatmann das anders entscheidet, dann ist das nicht eine Sache des Gemeinderates", sagte Gottfried Härtl wörtlich.

Bis Ende 2016 genehmigt

Was ihn aber persönlich geärgert habe war die Tatsache, das Krummennaab und Reuth beide Angelegenheiten "in einen Topf warfen", so Härtl wörtlich, und den Friedenfelser Gemeinderat mit negativen Äußerungen und Kommentaren betitelten. Der Friedenfelser Gemeinderat habe immer mehrheitlich "pro gemeinsame Kläranlage" entschieden, hob Härtl deshalb nochmals besonders hervor.

Ruhig und sachlich schilderte Härtl anschließend den Besuchern die nun verbleibenden Möglichkeiten. "Bis zum Herbst jedoch muss eine Entscheidung fallen, welche der gebotenen Möglichkeiten umgesetzt werden kann", mahnte Härtl. Hierbei schilderte er einen Um- oder Neubau einer konventionellen Kläranlage. Das Gemeindeoberhaupt zeigte der Versammlung Bilder der jetzigen Abwasserbeseitigungsanlage und verwies auf Schwachstellen bei der bis zum 31. Dezember 2016 genehmigten Anlage.

Als weitere Maßnahme brachte er die von den Friedenfelser Betrieben favorisierte Möglichkeit zum Bau einer Schilfkläranlage ins Spiel. Allerdings, so Härtl, gebe es Aussagen von Vertretern des Wasserwirtschaftsamts, wonach eine Anlage in der für Friedenfels benötigen Größe nicht realisierbar wäre. Als weitere Alternative sah das Gemeindeoberhaupt einen Anschluss an die Kläranlage in Wiesau. "Lange bevor man überhaupt mit Krummennaab und Reuth verhandelte, wurde diese Möglichkeit schon in Erwägung gezogen".

Zu den beiden letzten Möglichkeiten präsentierte Gottfried Härtl Aufnahmen von Standorten für die benötigten Flächen sowie Straßen und Wege für die Verlegung der Pumpleitungen. Dass die Kläranlage die Friedenfelser Bürger interessierte sah man, das im Anschluss und besonders beim letzten Tagesordnungspunkt der Bürgerversammlung "Diskussion", viele Wortmeldungen und Detailfragen gestellt wurden. Bewundernswert fand Edeltraud Kaßeckert hierbei das Engagement der Friedenfelser Betriebe, jedoch wollte sie eine klare Aussage über Lebensdauer, Unterhaltungskosten und den späteren Betreiber der Abwasseranlage.

Auch die Bürger anhören

Uwe Hofmann erkundete sich nach der Kapazität der Wiesauer Kläranlage, nachdem ja hier schon mehrere Gemeinden einspeisen. Bürgermeister Härtl erklärte, er habe hierüber schon mehrmals mit Bürgermeister Toni Dutz gesprochen; ein Anschluss in Wiesau wäre möglich. Manfred Maier und Roland Zeitler fragten an, ob es bei einem derart komplexen Thema nicht sinnvoll wäre, die Friedenfelser Bürger anzuhören statt allein auf Gemeinderatsebene zu entscheiden.

Neubau noch aufschieben

Konrad Busch erkundigte sich nach der Möglichkeit, einen weiteren Planer ins Boot zu holen. Bernhard Michl wollte wissen, ob es nicht möglich wäre, durch Instandsetzungsmaßnahmen an der alten Kläranlage einen Neubau hinauszögern. (Im Blickpunkt)
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