Etwas verrückt, aber ein Spaß

Einen tollen Auftritt legten die "Original Bauernsfünfer" im Gasthof "Zum grünen Kranz" hin. Bild: roh
Lokales
Friedenfels
24.01.2015
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Der Oine, das ist Dominik Niklas. Und da Aaner, das ist Uli Radl. Sehr zum Vergnügen der Zuhörer gastierten sie im Friedenfelser Gasthof "Zum grünen Kranz". Sie mimten Bauernburschen und begeisterten mit skurrilen Szenen aus dem Landleben.

(roh) "Heute steigt a Rakete im ,Grünen Kranz', eine riesige Fete", versprechen die "Original Bauernsfünfer". Dominik Niklas und Uli Radl überzeugen mit ihrem Musikkabarett, einer Mischung aus Klamauk und Volksmusik mit Anleihen aus Jazz, Blues und Hiphop.

Friedenfels, das gestehen sie frei heraus, "kenna wir nur von den Bierkästenaufschriften". Und dann geht's los: Mit derben, aber detailverliebten Texten inszenieren sie glänzend - garniert mit Showeffekten - ausgefallene oder alltägliche Momente des Bauernlebens.

Ein paar Kostproben der Weisheiten gefällig? "Wenn der Bauer Muße hat, nutzt er seinen Kopfsalat." Oder: "Spielt der Bauer Klarinettl, dann gedeiht's Gemüsebettl." Bei "Mei Sau" - anfangs wissen die Zuhörer nicht so genau, was gemeint ist - sind beim Vortrag mit leichten Tanzbewegungen "koordinatorische Höchstleistungen" erforderlich. Begleitet werden sie vom dritten "Mann", dem "Marcel", einer Drum-Machine. Ansonsten beweisen die zwei musikalisch vorgebildeten Künstler mit guten Stimmen und allerlei Instrumenten von Gitarre, Blockflöte, Bassklarinettl, Klarinettl, Klavier, Saxofon, über Kuhhornflöte und Melodica bis zur Koffertrommel mit virtuosem Spiel ihr Können.

Perfekt inszeniert der Auftritt in einem anderen Kulturkreis, am "Tschiemsee"; der sei fast in Nordafrika, sinniert Rädl. Intelligenter Nonsens, einmalig im Dialekt: "Hecke du Wasser, oder ich kumm eini." Ein Zwiefacher mit passenden Zwischentönen. Das Publikum ist begeistert vom "Moidl vom Dorf". Sehenswert der "Brotzeitplattler" - mit sparsamen Bewegungen angedeuteter Plattler mit Beschleunigung und Ruhephasen.

Nicht zimperlich sind die "Bauernsfünfer" bei den Couplets "Ich bin a Sakra", "Bist du noch richtig, dir brennt doch der Hut", "Ich gäi strawanz'n!", "Der Fuchs ist krank, Gott sei Dank!" und "Wir sind die Hulzfix", "Da Huzawackl gäit durchs Dorf".

Fazit: Das Konzert ist schon ein bisschen verrückt. Aber die Besucher haben die Kraft der Worte wirken lassen, wie der Beifall am Ende zeigt. Die besondere Art der Heimatpflege hat ihnen gefallen. Übrigens: Wirt Dieter Schraml hat für die Veranstaltung gar nicht werben müssen. Sie war im Nu ausverkauft.
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