Foto inspiriert zu Marienfigur

Der Friedenfelser Hobbyschnitzer Christof Daubner hat rechtzeitig zur Weihnachtszeit ein neues Meisterwerk vollendet: eine fast 80 Zentimeter hohe Figur der heiligen Maria. Über 100 Stunden hat es gedauert, bis Daubner die Figur aus dem verleimten Lindenholzblock herausgearbeitet hatte. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
24.12.2014
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An Heiligabend steht sie in unzähligen Krippen rund um den Erdball mit im Mittelpunkt. Neben dem Jesuskind gehört sie zu den "Hauptpersonen" an Weihnachten: die heilige Maria. Eine besonders eindrucksvolle Marienfigur hat Christof Daubner geschnitzt.

Als Vorlage und Inspiration diente dem bekannten Hobbyschnitzer ein Zeitungsfoto, das er im Frühjahr ausschnitt. Der Friedenfelser Künstler schuf eine 80 Zentimeter große Marienfigur, die ihre Betrachter unweigerlich in Bann zieht. Die Proportionen sind meisterhaft abgestimmt. Gesicht, Hände und Bekleidung sind sehr natürlich gehalten, spiegeln Frömmigkeit, Bescheidenheit und Demut wider. Weit über 100 Stunden benötigte Daubner, um diese einmalige Holzfigur zu schaffen. Die Vorarbeiten (Auswählen des Holzes, das Zusammenleimen des Holzklotzes und das grobe Vorsägen) sind hier noch nicht einmal eingerechnet. Großen Wert legte der begnadete Künstler auf die Körperstellung und den Gesichtsausdruck. Wann immer der "schnitzende Gastwirt" Zeit hatte, ging er in den zurückliegenden Wochen in seine kleine Werkstatt, um das Werk voranzutreiben. Es kam aber auch vor, dass er im Wohnzimmer an der Figur schnitzte. Dabei hat der Künstler ein großes Brett mit seinen vielen Schnitzmessern vor sich auf dem Tisch liegen - verbunden mit seiner um den Hals hängenden Schürze. "So fallen keine Späne auf den Boden oder das Sofa. Und meine Frau Edeltraud kann nicht schimpfen", sagt der fast 80-jährige Schnitzer verschmitzt. "Doch nicht jeden Tag hatte ich den richtigen Nerv. Sobald ich das gemerkt habe, habe ich gleich wieder aufgehört und am nächsten Tag weitergemacht. Dann ging es oft wie von selbst."

Noch ist das Kunstwerk nicht komplett vollendet. Bemalen will Daubner die Figur nach Weihnachten und wählt dafür Fassmalerei. Christof Daubner: "Fassmalerei bedeutet Kreidegrundverarbeitung. Bis zu acht Mal werde ich da einen Kreidegrund auflegen und meiner Schnitzarbeit dann ihr endgültiges Aussehen verleihen." Dabei will sich der Künstler am Ende auf die beiden Hauptfarben weiß und blau beschränken. "Wenn man etwas Silber beimischt, kann man auch ganz leicht eine natürliche Gesichtsfarbe zaubern und künstlich das Objekt altern", so Christof Daubner.

Geschulter Blick

Wenn der einstige Porzellanmaler vom Schnitzen und Malen spricht, spürt man das Talent, das in ihm steckt. Inspiriert wird der Künstler von vielen Dingen des Alltags, einmal spricht ihn ein Bild aus einer Illustrierten an oder ein Auftritt der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" im Fernsehen. Der erste Gedanke ist dann immer, welches Stück Lindenholz, das im Keller lagert, ist am besten geeignet. Die neun Hauptdarsteller der "Altneihauser Feierwehrkapell'n" seien anfangs schon eine kleine Herausforderung gewesen. Doch schon als die ersten Späne von Figur Nummer eins flogen, wusste der Künstler, wie einmal das bekannte Ensemble aussehen wird. Seinem Ortsteil Frauenreuth, indem der Schnitzer wohnt, hat er bereits vor Jahren ein Flurkreuz gespendet. Es versteht sich von selbst, dass an dem über sechs Meter hohen Werk eine von Daubner geschnitzte über einen Meter große Heiland-Figur hängt.

Oft hat ihn auch schon die Volkshochschule Tirschenreuth für ihre Außenstelle in Friedenfels verpflichtet und in der Vorweihnachtszeit als Kursleiter für das Schäfchenschnitzen gewonnen. Die Schüler haben immer Freude am Schnitzen und viel von ihm gelernt. Eine Wissenschaft aus dem Schnitzen machte er bei den Kursen nie. Er zeigte seinen Schülern gerne Tricks und Kniffe.
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