Freie Wähler im Landkreis arbeiten an "Mehr Zukunft durch berufliche Bildung" - ...
Gutes Image allein reicht nicht

Wir müssen Schulabgänger und Betriebe zusammenbringen. Das geht nicht nur mit schulseitig verpflichtenden, sondern auch mit freiwilligen Praktika in den Ferien.
Lokales
Friedenfels
01.12.2015
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Die Stabübergabe bei den Freien Wählern des Landkreises von Wolfgang Lippert an Gisela Kastner ist vollauf gelungen. Ein lebhafter Austausch zwischen der Vorstandschaft und den Ortsverbänden sowie informative Veranstaltungen zeigen neue Wege auf.

In der Jahreshauptversammlung in der Schlossschänke ließ Kastner das Jahresgeschehen Revue passieren. Dabei hob die Vorsitzende vor allem die Infoveranstaltung "Mehr Zukunft durch berufliche Bildung" hervor. Der rege Gedankenaustausch aller Beteiligten habe neue Wege für Berufsanfänger aufgezeigt. Vor allem das Handwerk klage über großen Fachkräftemangel, dem begegnet werden müsse. Firmen-, Behörden und Schulvertreter erklärten, dass die Schul- und Ausbildungswelt immer akademischer werde. "Wir müssen Schulabgänger und Betriebe zusammenbringen. Das geht nicht nur mit schulseitig verpflichtenden, sondern auch mit freiwilligen Praktika in den Ferien", meinte die Vorsitzende.

Landkreisweite "Berufstouren vom Schulhof zum Betrieb" seien ein weiterer Ansatzpunkt. Auch lernschwächere Schüler müssten in die Lehrstellenfindung eingeschlossen werden. Wichtig sei es, dazu die Aufstiegs- und Bildungschancen nach einem Lehrberuf zu vermitteln und für die heimischen Firmen verstärkt zu werben. "Zum Nulltarif gibt es keinen Azubi mehr." In den Schulen sollten mehr handwerkliche Tätigkeiten praktiziert und mehr Leistungswille von den Schülern gefordert werden. "Gutes Image reicht nicht, auch die Bezahlung muss in der Lehrzeit passen."

Eine wertvolle Veranstaltung war für Kastner der Gedankenaustausch mit den Ortsverbandsvorsitzenden. Dies gewährleiste nicht nur eine bessere Zusammenarbeit, sondern diene auch der politischer Vorstellungen sowie örtlicher und landkreisweiter Problemfelder. Eine einheitliche Ehrenurkunde kommt laut Kastner nicht, da die Mitgliederstruktur und -verwaltung in den Ortsverbänden zu unterschiedlich ist. Die Führungsvakanz bei den Jungen Freien Wählern soll in Kürze behoben werden.

Zentrale Anregungen waren die bessere Vernetzung der Tourismusgemeinden und die Betonung der Nähe zu Tschechien. Zudem sollten die vorhandenen Ressourcen in Form der Hotelfachschule oder EDV-Schulen in Wiesau ausgeschöpft werden. "Tourismus sollte von Fachleuten gemacht werden", war ein Tenor.

Große Resonanz erzielte der Diskussionsabend zum Thema Straßenausbaubeitrag. Bei der Infoveranstaltung wurden die Sichtweisen aus dem Bereich Kommune (Bürgermeister Josef Schmidkonz), Gesetzgebung (MdL Dr. Karl Vetter), Bürger (Vertreter der Grund- und Hausbesitzer Ottmar Zeitler) beleuchtet. Für finanzschwache Gemeinden sollte auf den Verfassungsgrundsatz "Gleiche Lebensbedingungen für alle Bürger" gepocht und Zuschüsse für Ausbaumaßnahmen und Beitragsgerechtigkeit eingefordert werden.
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