Fröhlich Spatzen pfeifen lassen

Viel Zuspruch erfuhren Kolpingsfamilie und Mütterverein schon beim ersten Vortrag der Jahresreihe. Die Kolping-Vorsitzenden (vorne von links) Helmut Schaumberger und Reiner Gärtner, Monika Seidel vom Mütterverein und Ruhestandsgeistlicher Siegfried Wölfel (hinten links) dankten dem Referenten Pfarrer Edmund Prechtl aus Pressath (hinten rechts). Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
16.02.2015
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"Jeden Tag drei Dinge aufschreiben, die positiv sind", empfahl Pfarrer Edmund Prechtl den Zuhörern mit einem Lächeln. "In einem Monat haben Sie dann schon fast hundert schöne Sachen." Für die Besucher gehörte dieser Vortrag gleich dazu.

Mit einem heiteren Start in ein breitgefächertes Jahresprogramm - diese Kombination der Kolpingsfamilie hat sich bestens bewährt. Eine proppenvolle Veranda im Vereinslokal "Goldener Engel" bescheinigte der Mannschaft um Vorsitzenden Reiner Gärtner, dass sie mit dem ersten Referat "Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen - die Kraft der Freude" die richtige Wahl getroffen hatten.

Beispiel Gartenzaun

Das Motto war dem Referenten Pfarrer Edmund Prechtl aus Pressath praktisch auf den Leib geschneidert. Mit seinen Redewendungen und Aussprüchen brachte er die Besucher oft zum Lachen und sprach ihnen aus dem Herzen. Seine Erzählungen, untermauert mit Mimik und Gesten, versetzten die Besucher in die oft allzu bekannte Realität ohne rechten Platz für Frohsinn. Der Geistliche bedauerte, dass vielen Menschen die Fröhlichkeit abhanden gekommen sei.

"Viele schauen verbittert und sind genervt", schilderte er Eindrücke etwa beim Einkaufen in der Warteschlange kurz vor Ladenschluss. Da seien Beschwerden zu hören wie "gerade dieses nicht mehr vorhandene Stück Fleisch wollte ich haben" oder beim Bäcker "die Semmeln sind aber heute dunkel". Der Pfarrer rückte die Maßstäbe zurecht: "Viele Menschen auf der Welt wären froh um eine dunkle Semmel." Er zeigte dem Publikum in einer Hand einen kleinen Gartenzaun, an dem zwei Latten fehlten. Auch die Besucher auf der Veranda registrierten gleich, dass an dem Zaun was fehlte. Pfarrer Prechtl hob aber hervor, dass an dem Zaunfeld neun Latten angebracht sind: "Das ist doch positiv!"

Das Negative werde von vielen Menschen immer mehr betont als das Positive. Auch in den Medien würden schlechte Nachrichten mehr Aufmerksamkeit erfahren: "Die Menschen sind darauf fixiert." Das Negative habe sich mittlerweile auch in der Kirche verbreitet, meinte der Priester und zeigte zwei Beispiele auf. "Eine alte Kirchgängerin sagte: Heute waren zur Sonntagsmesse nur 80 Menschen da. Man kann doch aber auch sagen: Toll, dass diese 80 Leute gekommen sind."

Zwei Ehen halten

Beeindruckend auch Prechtls Aussage über das Zitat "Jede dritte Ehe wird geschieden" aus der Zeitung. "Ist es aber nicht gut, dass zwei Ehen halten und glücklich sind?", fragte der Geistliche. Er forderte dazu auf, genügsamer und einfacher zu leben. Auch das Warten können sei eine große Tugend. Die Vorfreude auf Weihnachten oder auf Ostern zähle dazu. Pfarrer Prechtl forderte die Anwesenden auf, jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, die positiv sind. "In einem Monat haben Sie dann schon fast hundert positive Sachen."

Der Priester mahnte, sich nicht zu wichtig zu nehmen und lieber anderen Menschen eine Freude zu bereiten. "Denn Freude, die man verschenkt, kommt in irgendeiner Form wieder zurück." Dass Lachen ansteckend ist, bewies Prechtl abschließend und erzählte den Besuchern drei Witze. Langanhaltender Applaus belohnte den Referenten. Kolping-Vorsitzender Reiner Gärtner sagte ihm für seinen humorvollen Vortrag ein herzliches "Vergelt's Gott".
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