Kapelle kunstfertig saniert

Walter Konhäuser, Erwin Bächer und Sigmund Härtl (von links) haben die im 18. Jahrhundert errichtete und mittlerweile mehrmals umgebaute Kriegerkapelle auf dem Schusterberg saniert. Maria Härtl (rechts) setzt nach Beendigung der Arbeiten ihr "Hobby" fort und kümmert sich um Blumenschmuck und Reinigung der Kapelle. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
07.10.2015
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In neuem Glanz - innen und außen - präsentiert sich die Kapelle auf dem Schusterberg. Die aufwendige Sanierung erledigte nicht eine Firma, sondern eine Handvoll engagierter Friedenfelser - und das ehrenamtlich.

Hauptakteur war der frühere Malermeister Walter Konhäuser. Mittlerweile 20 Jahre in Rente, engagiert er sich seit langem bei zahlreichen sozialen und gesellschaftlichen Projekten. Der Diebstahl des großen Altarbildes aus der Schusterbergkapelle Anfang Mai dieses Jahres (wir berichteten) war Auslöser für den neuerlichen Einsatz des engagierten Rentners. Denn an der Wand klaffte ein freier Fleck - zum Ärger vieler Gläubiger und vorbeikommender Wanderer.

Anfänglich plante Walter Konhäuser, ein Kreuz zwischen Altar und Decke zu malen. Doch bei seinen Aufenthalten in der Kapelle entdeckte er mehrere Schäden. Die Außenmauern und Granitsäulen hatten Moos und Algen angesetzt. Die aufwendige Kassettendecke im Vorraum der Kapelle war morsch und die Holzdecke in der Kirche brauchte dringend einen Anstrich. Die Steinmauern innen und außen wiesen Flecken und Frostschäden auf. Mit einem Arbeitseinsatz an einem Nachmittag war es da nicht getan.

Konhäuser sprach deshalb bei Bürgermeister Gottfried Härtl vor. Der zögerte nicht und sicherte die Unterstützung durch die Gemeinde zu. Mitstreiter bei der aufwendigen Sanierung fand Walter Konhäuser mit Erwin Bächer, Sigmund Härtl und Bernhard Kellner. Erwin Bächer und Sigmund Härtl legten die Außenmauern trocken. Nach dem Erdaushub verfüllten sie die Ränder der Grundmauern mit wasserdurchlässigen Materialien. Auch eine Reihe Kopfsteinpflaster brachten die freiwilligen Helfer an.

4000 Liter Wasser

Zuvor hatte Walter Konhäuser die Außenmauer gründlich mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. 4000 Liter Wasser waren dafür per Güllefass zur Kapelle gebracht worden. "Fünf Tage habe ich mich nicht duschen müssen. Ich war nass bis auf die Unterwäsche", berichtet Konhäuser augenzwinkernd. Den Außenwänden verpasste der versierte Handwerker ein ansehnliches Gelb. Schmuck präsentiert sich nun auch der Granitsockel. Nach mehreren Besichtigungen des Altarraumes gefiel Konhäuser die erste Idee mit einem aufgemalten Kreuz immer weniger. An der Decke war ein Bildwerk aus Eichenholz mit dem Wappen der Spender Fritz Freiherr von Gemmingen-Hornberg und Dora Freifrau von Gemmingen-Hornberg angebracht. Dieses entfernte er, passte den Sockel des großen Bildwerks dem Altar an und verschraubte die massive Eichenskulptur mit dem Altar. Nach Rücksprache mit Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg restaurierte Konhäuser auch das stark in Mitleidenschaft gezogene Wappen auf der Holzskulptur nach den heraldischen Regeln. Walter Konhäuser und seine Helfer waren sich einig: Wenn man nicht wüsste, dass die Eichenholzskulptur an der Decke hing, könnte man meinen, sie wäre schon immer auf dem Altar angebracht gewesen.

Morsche Decke

Eine weitere Herausforderung war die morsche Kassettendecke im Vorraum der Kapelle. Nach dem Entfernen brachte Walter Konhäuser die neuen von ihm maserierten und mehrmals gestrichenen Holzplatten an, verklebte und verschraubte sie in den kastenförmigen Vertiefungen. Farbe in zweierlei Grau wurde abschließend an der Decke im Innenraum der Kriegergedächtniskapelle aufgebracht.
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