Kläranlagen-Debatte: Schloßbrauerei schaltet externes zertifiziertes Labor ein - Enorme ...
Einblick in Technik und Messwerte

Braumeister Christian Mitterbauer (hinten links) informierte die Bürgermeister und Gemeinderäte umfassend im hochmodernen Steuerungsraum zur Abwasserbeseitigung der Schloßbrauerei. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
29.11.2014
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Am geplanten Neubau der Kläranlage mit den Nachbargemeinden Reuth und Krummennaab scheiden sich in Friedenfels bekanntlich seit Jahren die Geister. Die ursprünglich ermittelten Einwohnerwerte sowie die Schmutzfracht führten an Stammtischen und in Bürgerversammlungen oft zu lebhaften Diskussionen. Nun hat die Friedenfelser Schloßbrauerei die Initiative ergriffen, die Bürgermeister und Gemeinderäte eingeladen und aktuelle Untersuchungen präsentiert.

Geschäftsführer Thomas Schultes informierte: "Wir haben auf eigene Kosten ein externes zertifiziertes Labor eingeschaltet, um die genauen Werte zu ermitteln". Vorausgegangen war vor der Zusammenkunft im "Bräustüberl" der Schloßbrauerei eine Besichtigung des hochmodernen Steuerungsraums für die Beseitigung des Abwassers. Braumeister Christian Mitterbauer: "Nach den Vorgaben des Gesetzgebers wird das Abwasser aus den großen Sammeltanks, die die Brauerei extra dafür errichtet hat, mit dem richtigen pH-Wert, der richtigen Temperatur und der vorgeschriebenen Geschwindigkeit in das kommunale Abwassernetz eingeleitet." Berücksichtigt würden bei der Einleitung auch naturbedingte Ereignisse wie Starkregen. "Jeder eingeleitete Liter Abwasser wird automatisch protokolliert." Solch hochmoderne Steuerungen für Abwasseranlagen seien in bayerischen Brauereien relativ selten.

Bei Hochbetrieb gemessen

Staunen ließ eine Multi-Media-Schau im "Bräustüberl". Thomas Schultes, Geschäftsführer der Friedenfelser Betriebe, legte alle ermittelten Daten offen. Die Besucher merkten bei der Präsentation, dass es ihm leid war, dass die Schloßbrauerei hinter vorgehaltener Hand häufig als großer Schmutzfrachtlieferant abgestempelt wird. "Unsere Messwerte basieren nicht auf einem Samstag, wenn kein Bier gebraut wird. Nein, am Datum sehen Sie, dass an den Tagen und Wochen der Messungen durch das externe Labor Hochkonjunktur beim Brauen herrschte."

Schultes und Mitterbauer, die sich intensiv mit der Abwasserproblematik beschäftigt haben, lag es dabei am Herzen der brodelnden Gerüchteküche entgegenzuwirken. Sie verwiesen auf die Investitionen in den zurückliegenden Jahren. Die Zuhörer merkten, dass den Verantwortlichen der Schloßbrauerei eine faire und ehrliche Darstellung der Fakten in der Öffentlichkeit wichtig ist.

Schon vor Jahren hat die Friedenfelser Brauerei in den Bau von Tankanlagen zum Auffangen von Schmutzfrachten, in Zwischenlager für Säuren und Laugen, Absaugungsanlagen und umfangreiche Brunnensanierungen investiert. Der Geschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, Diplom-Ingenieur Peter Zacharias, attestierte vor wenigen Tagen: "Die Schloßbrauerei Friedenfels ist im Bereich Abwasser den meisten mittelständischen Brauereien um 20 Jahre voraus." Diplom-Ingenieur Günter Schwab: "Die Werte der Schloßbrauerei Friedenfels sind völlig okay."

Eigene Biokläranlage

Provokant fragte deshalb Thomas Schultes in die Runde: "Was bringen uns die Investitionen und die Top-Werte? Eine Belohnung oder eine Bestrafung, weil andere Einleiter ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben? Offen verkündete Thomas Schultes, dass es seitens der Schloßbrauerei bereits Überlegungen zum Bau einer eigenen Biokläranlage gebe. Seit dem Gemeinderatsbeschluss zum gemeinsamen Bau einer Kläranlage (2010) habe sich einiges grundsätzlich geändert, meinte der Geschäftsführer. Er wünschte sich keinerlei Benachteiligung für die Schloßbrauerei durch die neue Kläranlage und bot aufgrund der mittlerweile umfangreichen Erfahrungen die Mitarbeit der Friedenfelser Betriebe beim anstehenden Bauprojekt an.
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