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Besonders Kinder schätzen das umfassende, deutlich erweiterte Angebot in der Friedenfelser Bücherei. Die Gemeinderäte gaben am Mittwoch dem Drängen der Regierung der Oberpfalz nach: Familien und Erwachsene müssen nun eine Jahresgebühr zahlen. Archivbild: bsc
Lokales
Friedenfels
26.09.2014
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Um an Stabilisierungshilfen zu kommen, muss die Gemeinde den Rotstift ansetzen. Die Regierung hatte besonders auf hohe Defizite bei Freibad und Steinwaldhalle hingewiesen. Der Gemeinderat diskutierte nun Möglichkeiten, um die Einnahmesituation zu verbessern.

Die geforderte Nachbesserung bei der Haushaltskonsolidierung machte binnen eines Monats eine zweite Gemeinderatssitzung notwendig. Die Pflichtaufgaben und freiwilligen Leistungen des Erholungsortes standen auf dem Prüfstand. Kämmerer Bernhard Schmidt hatte, wie von der Regierung verlangt, den Blick besonders auf die Defizite bei Freibad und Steinwaldhalle gerichtet. Doch der Handlungsspielraum ist begrenzt. Als "unverzichtbare Grundausstattung" hatte nämlich selbst die Rechnungsprüfungsstelle des Landratsamtes in einem Schreiben die beiden Einrichtungen dargestellt.

Wo also sparen? Der Kämmerer hatte alle Positionen durchleuchtet und gab umfangreiche Erläuterungen. Die Stichworte: Kreismusikschule, Vereinszuwendungen, Benutzung des Gemeindebusses und Zuschüsse an Organisationen. Das Defizit bei der Steinwaldhalle sei zum großen Teil anderen Haushaltsbereichen zuzuordnen. Dies war bislang buchungstechnisch nicht vollzogen worden. Ab sofort werden deshalb die Pflichtaufgaben, wie Standesamt und Benutzung der Sporthalle durch die Grundschule, gesondert ausgewiesen. "Dadurch halbieren sich die freiwilligen Leistungen fast", informierte Bürgermeister Gottfried Härtl.

Ab Januar

Moniert hatte die Regierung der Oberpfalz auch die kostenlose Ausleihe in der Bücherei. Die Gemeinderäte einigten sich deshalb auf eine Benutzungsgebühr. Ab dem 1. Januar 2015 zahlen Familien einen Jahresbeitrag von zwölf Euro, Erwachsene sechs Euro. Kinder und Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr bleiben frei.

Ausführlich informierte Gottfried Härtl am Mittwochabend über die Haushaltsplanansätze. Die Position Bauunterhalt sei im Verwaltungshaushalt bereits völlig ausgeschöpft. Für den Straßenunterhalt waren 65 000 Euro ansetzt; Aufträge über 23 000 Euro sind bereits ausgeführt. Derzeit laufen Arbeiten mit einem Gesamtvolumen von rund 30 000 Euro. Der Restbetrag ist für eine Stützmauer an der Schönfußstraße vorgesehen. Auch diese Maßnahme soll bis Ende 2014 abgeschlossen sein.

Nach dem Ausscheiden des stellvertretenden Verbandsrats des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Stiftland/Steinwald, Wolfgang Mühlbauer, aus dem Gemeinderat und der Neubesetzung des Gremiums mussten neue Verbandsräte bestellt werden. Neben den beiden Bürgermeistern Gottfried Härtl und Oskar Schuster engagieren sich nun als Stellvertreter Manfred Wiese und Karl Zeh.

Zuhörer Otto Schiener erkundigte sich in der Fragestunde nach den neuen Messungen der Schmutzfracht in der Kläranlage. Die Proben seien genommen, ein Ergebnis liege jedoch noch nicht vor, wusste Bürgermeister Gottfried Härtl. Ja hieß es beim Antrag des AC Friedenfels, die vier stillgelegten Straßenleuchten an der neuen Übungs- und Trainingsstrecke neben dem Feuerwehrhaus im Oktober in Betrieb zu nehmen. 2015 soll jedoch eine andere Art der Ausleuchtung am Abend gefunden werden.
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