Mit Dornenkrone und Spottmantel

"Sei gegrüßt, König der Juden": Jesusdarsteller Lucas Schultes wird von den Soldaten verhöhnt, bekommt eine Spottkrone und einen roten Mantel umgehängt. Bilder: bsc (2)
Lokales
Friedenfels
29.03.2015
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Die Ministranten schlüpften in ungewohnte Rollen. Anstatt wie sonst am Altar zu dienen, stellten sie die Leidensgeschichte Jesu dar. Ob als Pilatus, Judas oder einfacher Soldat: Die "Lausbuben Gottes" überzeugten auf der ganzen Linie.

Überwältigt waren die Gottesdienstbesucher am Sonntag in der Pfarrkirche "Maria Immaculata". Die Friedenfelser Ministranten feierten zum Einstieg in die Karwoche eine Premiere, die am Ende der Messe mit ausgiebigem Applaus und großem Lob gewürdigt wurde.

Mit ihrem ersten Passionsspiel fesselten sie die Besucher und zeigten vor dem Altar die Leidensgeschichte Jesu Christi in vier Szenen. "Jesus betet am Ölberg und wird festgenommen", "Petrus verleugnet seinen Herrn", "Jesus vor Pilatus" und "Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung" wurde von den 20 Ministranten meisterhaft inszeniert. Mucksmäuschenstill lauschten die Besucher den Worten von Anna-Maria Härtl, Philip Schraml und Manuel Schmidt, die als Sprecher die Szenen begleiteten.

Verstärkt durch Mikro und Lautsprecher kamen die kräftigen Stimmen von Jesus (Lucas Schultes), Petrus und Schriftgelehrter (Daniel Hirschmann), Judas (Tobias Megies) und Pontius Pilatus (Maximilian Heindl) in allen Ecken der Kirche gut an. Dabei fiel es den Gottesdienstbesuchern nicht schwer, die Leiden und Schmerzen Jesu bei Kreuzweg und Kreuzigung nachzuempfinden.

Umrahmt wurde die halbstündige Leidensgeschichte von Organist Thomas Schultes, der mit seinen Musikbeiträgen Emotionen weckte. Er begleitete die "Minis" bei ihrer Altarpräsenz mit Melodien, die Ergriffenheit, Verzweiflung und Erschütterung, aber auch Hoffnung und Zuversicht vermittelten. Zum Gelingen des ersten Passionsspiels, das besonders von den älteren Ministranten auf hohem Niveau gespielt wurde, trugen aber nicht nur die biblischen Hauptdarsteller bei.

Auch die jüngsten "Minis", die erst seit einem Jahr Dienst am Altar verrichten, verstärkten mit ihren Rollen eindrucksvoll die Leidensgeschichte und füllten ihren Part gut aus. Honoriert wurde am Ende des Gottesdienstes auch die umfangreiche Arbeit und die Vorbereitung durch die Spielleiter: Pfarrer Vaghese Kanjamala und Mesnerin Karola Rebl hatten mit den Kindern in zahlreichen Proben die Geschichte vom Einzug Jesu bis zu seiner Kreuzigung geprobt und einstudiert.

Karola Rebl und einige Mütter von den Ministranten besorgten auch die umfangreichen Requisiten: Umhänge, Laternen, Schwerter, Helme, Schilder, Dornenkrone, Spottmantel, Lanzen, Schwamm, Stirnreif, Zepter, Kopftücher und eine Schriftrolle mussten beschafft und gebastelt werden. Umso größer war deshalb am Ende auch die Freude der beiden Spielleiter: "Alles ist perfekt gelaufen", freuten sie sich einhellig zusammen mit den Ministranten, dass alles so gut funktioniert hat.
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