Mit Freunden hoch hinaus

Flüchtlinge aus Syrien hatten bei einem Kletternachmittag in der Steinwaldhalle großen Spaß. Alle Hände voll zu tun hatten dabei Siegfried Steinkohl (links an der Kletterwand) sowie (vorne von rechts) Oskar Schuster, Annalena Steinkohl, Zita Schuster, Rita Steinkohl und (knieend) Maximilian Steinkohl. Sie zeigten die Kletterrouten und waren für die Sicherung zuständig. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
31.08.2015
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Sie flohen vor dem Krieg und haben ein Übergangsquartier in der Turnhalle des Stiftland-Gymnasiums gefunden. Nun wagten sich zwölf Syrer hoch hinaus - an der Kletterwand in der Steinwaldhalle.

Es war eine Aktion, die Ablenkung vom von Sorgen begleiteten Leben brachte. Über das Lächeln der Teilnehmer freuten sich Rita, Siegfried, Maxi und Annalena Steinkohl sowie Zita und Oskar Schuster. Sie hatten den Kletternachmittag vorbereitet, kümmerten sich um die Betreuung und sorgten für die Sicherheit. Acht Männer und vier Mädchen aus Syrien erklommen die vielen Routen der Kletterwand in der Steinwaldhalle Friedenfels.

Bereits seit Anfang 2015 engagieren sich Rita und Annalena Steinkohl ehrenamtlich für Flüchtlinge. Begonnen hat Rita Steinkohl; sie sammelte Bettwäsche und Handtücher. Durch Zufall erfuhr sie dabei, dass die Friedenfelserin Zita Schuster im Auftrag des Roten Kreuzes im "Aufnahmelager" am Gymnasium Dienst leistet. Seitdem kümmern sich Rita und ihre Tochter Annalena zusammen mit Zita Schuster ehrenamtlich Dienstag und Donnerstag um Flüchtlinge. Die drei Frauen befüllen Wasserbehälter, organisieren den Nachschub von Tee, Milch und Plastikbechern.

Hauptanliegen ist jedoch, Kontakt zu den Menschen aufzubauen und an ihrem Schicksal Anteil zu nehmen. "Im Laufe der Zeit hat sich so etwas wie eine kleine Clique gebildet, mit der wir sehr viel Zeit verbringen", sagt Rita Steinkohl. Wir verständigen uns in Deutsch, Arabisch, Englisch sowie mit Händen und Füßen. Meine Tochter, mein Sohn und auch mein Mann sind inzwischen mit eingebunden", erzählt Rita Steinkohl weiter. "Und so nahm meine Idee von einem Kletternachmittag bald konkrete Formen an." Zusammen mit Zita Schuster meisterte sie die erforderlichen Vorarbeiten und setzte ihre Idee in die Tat um. Mit ihren Privatautos beförderten die Steinkohls acht junge Männer und vier Mädchen nach Friedenfels. "Natürlich hätte ich gerne alle Flüchtlinge mitgenommen", so Rita Steinkohl, "aber das ist logistisch natürlich nicht möglich". Steinkohl: "Es sind sehr höfliche, gebildete, freundliche Menschen, die ihren Dank mehrfach zum Ausdruck brachten."

Zusammen mit seiner Mutter Rita und Schwester Annalena besucht Maximilian Steinkohl regelmäßig Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber in Tirschenreuth. "Die Menschen sind nett, haben immer ein Lächeln im Gesicht." Rita Steinkohl möchte die Unterstützung der Flüchtlinge weiter ausbauen. Deshalb freut sie sich über jeden, der bei den Einsätzen des Roten Kreuzes mitarbeitet und sich für Flüchtlinge engagiert.

Zum Abschluss des Kletternachmittags in der Friedenfelser Steinwaldhalle spendierten die Familien Steinkohl und Schuster ihren neuen "Bergsteigerfreunden" eine ausgiebige Mahlzeit und Getränke, bevor es zurück ins Quartier in der Turnhalle des Stiftland-Gymnasiums Tirschenreuth ging. (Hintergrund)
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