Musik für italienische Momente

Unter Dirigent Johannes Jakob Schröder hat sich das Kammerorchester schon ein beachtliches Repertoire erarbeitet. Bild: roh
Lokales
Friedenfels
18.11.2015
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Bei Regenwetter machten sich die Besucher auf zum Konzert. Doch die "Italienische Reise" mit dem Kammerorchester im Stiftland vertrieb flugs alle negativen Gedanken an den grauen November.

Zwei Termine hatte das 2013 gegründete Orchester für das Herbstkonzert im Angebot. Die engagierten Laienspieler, verstärkt durch ausgebildete Musiker, traten am Samstag in der Steinwaldhalle und am Sonntag im Tirschenreuther Kettelerhaus vor ein großes Publikum.

Bereits im Foyer kündigte sich ein überörtliches musikalisches und gesellschaftliches Ereignis an. Charmante Damen, vom Kreismusikschul-Förderverein unter Vorsitz von Theodora Kupke verpflichtet, reichten Sekt und Häppchen. Viele Musikinteressierte und Ehrengäste standen gespannt in Grüppchen beieinander und diskutierten über das, was da musikalisch kommen möge. Um es vorwegzunehmen: Es war ein hörenswertes Kammerkonzert.

Großer Beifall begleitete die Musiker auf ihrem Weg durch die Halle zur Bühne. Nach dem Stimmen der Instrumente begrüßte Kreismusikschulleiter Jakob Schröder die Zuhörer und dankte Bürgermeister Gottfried Härtl für die Überlassung der akustisch erstklassigen Halle. Schröder freute sich, ein derartig leistungsfähiges Orchester in den Reihen der Kreismusikschule Tirschenreuth zu wissen, das in der Lage ist, symphonische Werke aufzuführen.

Beim Applaus für Dirigent Johannes Jakob Schröder ließ das fachkundige Publikum Vorschusslorbeeren erkennen. Schließlich hat sich das Kammerorchester in drei Jahren schon ein bemerkenswertes Repertoire von Barock bis Romantik erarbeitet. Dargeboten werden kann das Doppelkonzert für Violine und Oboe von Johann Sebastian Bach, die "St. Pauls Suite" von Gustav Holst, die Symphonie G-Dur von Christoph Willibald Gluck, die Symphonie Nr. 38 und das Violoncello-Konzert Nr. 1 von Joseph Haydn, Schumanns Overtüre "Hermann und Dorothea", die 1. Symphonie von Franz Schubert, die "Peer Gynt Suite" von Edvard Grieg, der "Schwan von Tuonela" von Jean Sibelius sowie "Ungarische Tänze" und "Slawische Tänze" von Johannes Brahms, respektive Antonin Dvorák. Einige Höhepunkte der Operettenliteratur führte das Orchester schon zusammen mit dem Musiktheater-Ensemble der Kreismusikschule auf.

Für das Herbstkonzert hatte das Orchester ein abwechslungsreiches Programm ausgewählt. Der Ouvertüre im italienischen Stil D-Dur von Franz Schubert, der sich an den berühmten Werken seines bewunderten Kollegen Rossini orientiert, folgte das Trompetenkonzert Es-Dur, Allegro con spirito, Andante, Rondo Allegro von Johann Nepomuk Hummel mit dem Trompetensolisten Tobias Böhm. Der Inhaber des Meisterklassendiploms brillierte nicht nur in der vertrauten Dreiklangmotivik, sondern auch mit Kantilenen, Figurationen und Verzierungen.

Nach der Pause dominierte die Symphonie Nr. 4 A-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy. Das romantische Werk in vier Sätzen ist auch als "italienische Symphonie" bekannt. Die Musiker zeigten eine für ein Laienorchester glänzende Leistung. Die klaren Töne und der saubere Klang der Trompeten, die präzise Intonierung der Streicher und des ganzen Klangkörpers, die auch der einfühlsamen Führung durch den Dirigenten zu verdanken ist, haben ausdrucksstark die italienischen Aspekte in den Kompositionen vermittelt. Mit diesem Konzert hat das Kammerorchester im Stiftland wieder neue Bewunderer gewonnen. Das interessante Konzert wurde in Tirschenreuth mit großem Erfolg wiederholt.
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