Nicht an Erwartungen zerbrechen

Familienberaterin Monika Enders-Dechant (Zweite von links) sprach über Partnerschaft und Beziehung, die Erwartungen an die Familie und die daraus entstehenden Konflikte. Reiner Gärtner (links), Vorsitzender der Kolpingsfamilie, Müttervereinsvorsitzende Monika Seidel (Zweite von rechts) und Hans Stelzl (rechts), Bildungsreferent der Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Tirschenreuth, dankten für einen aufschlussreichen Vortrag. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
05.05.2015
1
0

"Einerseits kommunizieren wir über die sozialen Medien, andererseits verstummen wir im persönlichen Umgang miteinander. Viele Familien haben sich nichts mehr zu sagen", bedauerte Diplomtheologin Monika Enders-Dechant, die im Vortrag in Friedenfels auch Lösungsansätze gab.

"Schwierige Situationen in der Familie - gelungene Kommunikation miteinander" hatten Kolpingsfamilie und Mütterverein sowie Katholische Erwachsenenbildung Tirschenreuth den Vortrag im Gasthof "Goldener Engel" überschrieben. Diplomtheologin Monika Enders-Dechant von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung in Weiden hatte auch zahlreiche Tipps parat. "Familien brauchen heute mehr denn je Unterstützung, um mit schweren Situationen umzugehen." Facebook & Co. boomten, bei vielen Paaren aber herrsche Funkstille, so die Diplomtheologin. "Familien leiden heute zudem an Bedeutungsschwund in der Gesellschaft. Traditionelle Werte, die einst mit Familie verbunden wurden, gelten heute nicht mehr." Familie sei ein Ort vielfältiger Veränderungen geworden. "Wandel und Anpassung sind Aufgaben geworden, die oftmals den einzelnen Menschen überfordern." Monika Enders-Dechant nannte hierzu auch Beispiele, verwies auf depressive Episoden, psychische Krankheiten, Stress und Burnout. Die Erwartungen an Partnerschaft, Beziehung und Familie seien hoch - erschienen oft schier unerfüllbar, so die Referentin. "Viele Beziehungen gehen am Erwartungsdruck zugrunde." Monika Enders-Dechant hob deshalb hervor: "Wir brauchen neue positive Leitbilder für Familie und Partnerschaft, die uns helfen der Beziehung eine Bedeutung, einen Sinn zu geben, an dem wir wachsen können." Die Referentin fuhr fort: "Dazu brauchen wir auch die Ausrichtung auf die Liebe Gottes zu uns Menschen." Probleme, Aufgaben und Krisen sah die Familienberaterin aber auch als Chance für die Entwicklung. "Trotz aller Krisen will ich festhalten, dass wir Menschen Beziehungen leben wollen, wir sind aufeinander bezogen und brauchen den Austausch, die Resonanz beim anderen, um wirklich gut leben zu können." Deshalb könnten Problemsituationen auch Entwicklungschancen für ein gelingendes Miteinander werden. "Die Sichtweise der systemischen Therapie hilft uns dabei, anders auf die Familien- und Partnerschaftssysteme zu blicken und neue Zugänge zu Problemlösungen zu finden." In Problemen liege oft schon die Lösung verborgen, meinte Monika Enders-Dechant. "Fragen sie sich: Wie funktioniert meine Familie? Welche Werte sind wichtig? Wie läuft es ab, wenn wir unterschiedlicher Meinung sind?" Genaues Hinschauen, wie etwas schiefgehe oder gelinge, sei Herausforderung und Lernchance zugleich.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.