Öko-Modellregion Steinwald sieht enorme Entwicklungschancen für Bäcker, Metzger, Landwirte, ...
Wo Bio drauf steht, muss Bio drin sein

Rede und Antwort standen beim ersten Informations- und Beratungstag der Ökomodellregion Steinwald (von links) Sonja Grundnig, Jürgen Zankl und Dirk Vollersten alle von Bioland e.V. sowie Günter Plotek, Josef Schmid, Josef Wetzstein von der LVÖ Bayern, Michael Nowak, Günter Erhardt, Ronald Ledermüller und Hubert Heigl von der LVÖ Bayern. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
05.02.2015
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Mit einem breitgefächerten Informations- und Beratungstag nahm die Öko-Modellregion Steinwald ihre Arbeit auf. Im Saal der Schloßschänke hielten Landwirte, Fischzüchter, Metzger, Bäcker und Gastronomen Ausschau nach weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Der Vorsitzende der Steinwald-Allianz, Bürgermeister Hans Donko, freute sich über eine hochkarätige Referentenliste.

Projektmanager Josef Schmidt gab das Ziel vor: "Der Steinwald muss attraktiv bleiben, mit der Öko-Modellregion kann uns das gelingen", meinte der engagierte Biolandwirt. Aus seinen eigenen Erfahrungen schilderte er den Anbau von Bio-Mohn. Mit der Kulturpflanze hatte er im letzten Jahr, nachdem er die Genehmigung nach dem Bundesbetäubungsmittelrecht erhalten hatte, großen Erfolg.

Die große Chance für die Öko-Modellregion Steinwald sah Schmidt darin, dass die nachhaltig und ökologisch erzeugten Produkte in der Region zu verarbeiten und schließlich dem Verbraucher zur Verfügung stehen. "Es ist niemandem geholfen wenn wir aus unserer Region ein Schwein oder eine Kuh mit dem Lastwagen nach Landshut fahren, dort schlachten und dann in München verkaufen."

Wie eine klassische Wertschöpfungskette aussehen könnte, erklärt der Projektmanager an einem Beispiel: "Das Rote Höhenvieh pflegt und nutzt durch die Beweidung die artenreichen Wiesen im Steinwald. Ihr hochwertiges Fleisch macht der Metzger schließlich zu typischen Fleisch- und Wurstwaren. Im Restaurant werden diese nochmals veredelt und zum Genuss für Einheimische und Touristen". Aus dem Vortrag von Dirk Vollersten von Bioland konnten die Produzenten entnehmen, dass Bio mittlerweile ein Riesentrend ist. Die Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten sei in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und werde auch in Zukunft zunehmen. Handwerklich verarbeitete Bio-Backwaren, Bio-Fleisch- und Wurstspezialitäten und entsprechende Angebote in der Gastronomie erfreuten sich zunehmender Beliebtheit.

"Das meiste Bio geht über Bio-Supermärkte", wusste Vollersten. Bei den einzelnen Produktgruppen liegen nach seiner Erfahrung Obst, Gemüse und Kartoffeln mit 27 Prozent vor Fleisch mit 20 Prozent und Milch mit 18 Prozent. Dahinter rangierten Getreide mit 14 Prozent und Eier mit 9 Prozent. Die Umstellung in der Verarbeitung auf Bio-Rohwaren erforderten immer einen gewissen Mut, aber die Erfahrungen zeigten ganz klar: "Der Markt für Bio-Produkte aus ökologischer Erzeugung und handwerklicher Verarbeitung ist da." Allerdings: Um am anhaltenden Trend teilhaben zu können, ist eine Zertifizierung der Betriebe unbedingt notwendig. Viele Betriebsinhaber auch im Bereich der Gastronomie denken zwar darüber nach, scheuen aber oft vor möglichen Hürden und zusätzlichem Aufwand zurück. Jürgen Zankl von Bioland zeigte deshalb den interessierten Besuchern die nötigen Schritte zur Einführung von Bio-Produkten im Lebensmittelhandwerk auf.

Jeder Hersteller und jeder Großhändler, der "Bio" anbiete, müsse sich einmal jährlich auf Einhaltung der EU-Öko-Verordnung kontrollieren lassen. Rund 20 Kontrollstellen seien deutschlandweit mittlerweile zugelassen. Auch unangemeldete Stichprobenkontrollen seien möglich. Am Beispiel "Metzgerei" schilderte Zankl den begrenzten Tier-Transportweg von maximal 200 Kilometer.

Nicht verwendet werden dürften Lebensmittelzusatzstoffe außer Rauch und Citrat, aber kein Phosphat, kein Glutamat und keine Laktose. Schmecken ließen sich die Teilnehmer zum Schluss des Beratungstages eine kulinarische Überraschung in Form von Bio-Burger und Bio-Zutaten.
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