Pfarrer Martin Besold zeichnet Leben und Wirken von Adolph Kolping nach - Einsatz für eine ...
Bildung und religiöser Halt für Gesellen

Viel Applaus bekam Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf (Zweiter von rechts) für seinen Vortrag "Adolph Kolping - Für ein soziales Christentum". Pfarrer Varghese Kanjamala, die beiden Vorsitzenden der Kolpingsfamilie, Reiner Gärtner und Helmut Schaumberger, sowie Pater Martin (von rechts) dankten dem Referenten. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
27.03.2015
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"Heute wollen wir uns mit der Person Adolph Kolping, seinem Werk, seinen Zielen und seinem Wirken auseinandersetzen", leitete Reiner Gärtner, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, einen Vortragsabend im Vereinslokal "Goldener Engel" ein. Mit Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf stellte er den Referenten vor, der den interessierten Besuchern den bekannten "Gesellenvater" näher brachte. Das Publikum dankte am Ende mit langanhaltendem Applaus.

"Adolph Kolping war kein fromm salbadernder Pfarrer, der schöne Gedanken über die Heiligung der Arbeitswelt von sich gab, sondern ein sehr praktisch veranlagter Pionier des sozialen Katholizismus. Leidenschaftlich, zäh und realistisch. Ein Seelsorger mit Bodenhaftung", wusste Pfarrer Martin Besold. Der Erbendorfer Pfarrer blickte in die Biografie und erzählte die interessante Lebensgeschichte des "Gesellenvaters". Der am 8. Dezember 1813 in Kerpen geborene Adolph Kolping wuchs als Sohn eines Schäfers auf und erhielt eine einfache Schulausbildung. Die Lehre als Schuster und das Leben als Geselle stellten ihn nicht zufrieden, berichtete Besold. "Er liest viel, lebt nicht wie seine Kollegen in den Handwerksbetrieben und sehnt sich danach, Priester zu werden. Gottes Fügung hilft ihm auf diesem Weg." Am 13. April 1845 wurde Kolping in der Kölner Minoritenkirche zum Priester geweiht. Seine erste Seelsorgestelle führte ihn als Kaplan nach Elberfeld. Die Industrialisierung hatte dort zu einem sozialen Brennpunkt geführt. Eine große Herausforderung für die Kirchen. Kolpings späterem Freund Johann Gregor Breuer gelang es, meist junge Handwerker in einen Chor zu integrieren. Ziel des Vereins war es, jungen Handwerkern Bildung und religiösen Halt zu geben.

Lebensaufgabe

Pfarrer Besold berichtete: "Adolph Kolping war begeistert, zumal es von katholischer Seite damals nichts Vergleichbares gab. Er erkannte die positive Wirkung des Vereins und machte die Verbreitung zu seiner Lebensaufgabe." Von Köln aus, wo er ab 1849 als Domvikar wirkte, trug er die Idee des Katholischen Gesellenvereins in die Welt. Bis zu seinem Tod entstanden über 400 Vereine, so Pfarrer Martin Besold. "Mit dem Bau von Gesellenhospizen, später Kolpinghäuser genannt, schuf er eine Heimat für wandernde Gesellen." Die Kolpinghäuser seien Orte der Bildung, der Kultur, der Feier und der Weitergabe des Glaubens gewesen.

Kolping wurde am 7. Dezember 1865 zuerst auf dem Melatenfriedhof beigesetzt und am 30. April 1866 in die Minoritenkirche in Köln überführt. Papst Johannes Paul II. sprach ihn 1991 selig. "In über 60 Ländern der Erde versuchen heute Frauen und Männer aus dem Geist Kolpings zu leben und in Familie, Kirche und Gesellschaft einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten."
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