Politisches Fischessen: Freie Wähler werfen Bürgermeister vor, gefasste Beschlüsse nicht ...
Auch Fremdwasser treibt die Kosten in die Höhe

Beim traditionellen Fischessen standen die Freien Wähler zu heiß diskutierten Themen Rede und Antwort. Gemeinderat und Fraktionsvorsitzender Oskar Schuster (stehend) und Gemeinderat Otmar Zeitler (sitzend, rechts daneben) informierten unter anderem über Kläranlagenbau und Straßenausbaubeitragssatzung. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
21.02.2015
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Neue Kläranlage, marodes Kanalnetz, immense Straßenausbaubeiträge - Themen, die seit Jahren Zündstoff bergen. Beim Fischessen bezogen die Freien Wähler in der voll besetzten Veranda im "Café am Steinwald" Stellung.

FW-Fraktionsvorsitzender Oskar Schuster erläuterte die jahrelangen Planungen des Kläranlagenbaus sowie bereits erfolgte Maßnahmen und eingereichte Anträge der Freien Wähler. Knackpunkt seien die prognostizierten immensen Einwohnerwerte (EW). Die aktuell vom Ingenieurbüro ermittelten 3450 könne man hinnehmen oder aber versuchen, sie noch weiter nach unten zu drücken, um zu sparen. Oskar Schuster fuhr fort: "Der Wert beinhaltet alle Schmutzfrachtverursacher wie Brauerei, Metzgerei, Schwimmbad und Bevölkerung sowie einen Zuwachs an Einwohnern, obwohl von staatlichen Behörden bis zum Jahr 2025 nur noch 1100 Einwohner für Friedenfels prognostiziert werden." Neben der Schmutzfracht sei Fremdwasser ein Hauptproblem; es dringe an vielen maroden Stellen ins Kanalnetz ein. "25 Prozent sind laut Gesetzgeber zulässig. Ins Friedenfelser Kanalnetz strömen mittlerweile jedoch 69 Prozent", wusste der FW-Fraktionssprecher. "Und dies ist seit langem bekannt." Schuster wörtlich: "In der Amtszeit von Bürgermeister Otmar Zeitler wurden die Kanäle gefilmt und das Filmmaterial der Gemeinde übergeben." Bürgermeister-Nachfolger Gottfried Härtl habe in den zurückliegenden 19 Jahren nichts unternommen, um das Kanalnetz zu sanieren.

"Nichts geschehen"

Die registrierten Mängel hätten nach Einplanungen im Haushalt in den vergangenen Jahren kontinuierlich beseitigt werden können, bekräftigte Oskar Schuster. 2009 habe es deshalb erneut einen Antrag der Freien Wähler gegeben - "zur Erarbeitung von Vorschlägen zur Reduzierung der Fremd- und Regenwassermenge, die in die Kläranlage laufen". Obwohl dieser Antrag im Gemeinderat einstimmig befürwortet worden und der Bürgermeister verpflichtet sei, solche Beschlüsse umzusetzen, "ist bis jetzt nichts geschehen". Die neuen Kanäle im Zuge von Straßenneubauten sowie beim Bau des Regenrückhaltebeckens nahm der Fraktionssprecher hier aus.

"Nun belasten Kläranlagenbau und Sanierung des Ortskanalnetzes fast zeitgleich die Bürger", ärgerte sich Oskar Schuster. Die Änderung der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung aufgrund neuer Erkenntnisse der CSU hätten deshalb auch die Gemeinderäte der FW befürwortet.

Das Gutachten von 2008 sei nach Meinung von Otmar Zeitler einseitig zugunsten einer gemeinsamen Kläranlage erstellt worden. Denn es seien für den "Einkauf in den Grund und Boden" der Kläranlage in Krummennaab keine Kosten berücksichtigt worden. Zudem seien keine Umbaukosten für die bestehende Kläranlagen erfragt worden und für Friedenfels die Kosten eines Klärwärters komplett gestrichen worden. "Bei der neuen gemeinsamen Kläranlage mit Krummennaab wird mit Sicherheit ein Klärwärter nicht reichen", mutmaßte Otmar Zeitler.

Warten auf "Erkenntnisse"

"Wir Freien Wähler wollten damals ein externes Gutachten. Die Kosten von 6000 Euro wurden aber vom Rest des Gemeinderates abgelehnt", so Zeitler. Nun gelte es vier Wochen abzuwarten, merkte Oskar Schuster an. Auf die "neuen Erkenntnisse" der CSU zum Kläranlagenbau sei man gespannt. Zusammen mit Otmar Zeitler forderte Schuster: "Wir wollen die wirtschaftlichste und günstigste Lösung für Friedenfels."
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