Rhetorik auf gut Oberpfälzisch

Nicht nur wegen der Kurzgeschichten von Hans G. Lauth lohnte sich der Besuch der Lesung, sondern auch wegen des Gesangs- und Gitarrenduos Jenny Horn und Matthias Wolf. Bild: roh
Lokales
Friedenfels
04.11.2014
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Liebevoll in Dialekt verpackte Seitenhiebe hatte Hans G. Lauth jede Menge dabei. Dabei gehörte die Berufsgruppe der Lehrer zum bevorzugten Ziel. Aber das verziehen die Kollegen dem langjährigen Berufsschullehrer.

Überwältigt zeigte sich der Autor vom guten Besuch der Lesung aus seinem neuem Werk "Grenzlauthe" im Gasthof "Grüner Kranz". Das Publikum, für das noch zusätzlich Stühle benötigt wurden, war angetan vom Charme der Texte mit vielen unterhaltsamen Anekdoten. Die Anwesenden brachten das mit viel Beifall zum Ausdruck. Lauth vermittelte den Zuhörern als "heimatlicher Flachwurzler" seine hervorragend aufbereiteten "Gedanken aus der Oberpfälzer Provinz" mit realem Hintergrund.

Der im Verlag Eckhard Bodner erschienene Band bietet elegante und humorvolle Unterhaltung. Da kommen die "Rhetorikhighlights" eines bodenständigen Bürgermeisters ebenso zur Sprache wie die elterliche Aufforderung "red hochdeitsch". Lauths Texte tragen Titel wie "Dahoam" und "Am Ende vo da Welt", denn an die Grenze im Osten, da zieht es ihn immer wieder hin. Ob es um besondere Persönlichkeiten, die Problematik des Wiesauer Bahnhofs oder den nachdenklichen Abgesang auf die über 300-jährige Altmugler Buche ging, der im Landkreis Cham geborene und seit 1981 in Wiesau lebende Autor wusste zu gefallen.

Der Schule widmete er genügend Raum. "Unsa neie Schul" hieß ein Text. Mit "Lehra sei" provoziert der langjährige Berufsschullehrer: "Einige der unnützen Typen sind ja da!" Ein Aufschrei ging durch die Reihen nach dem Spruch: "A Lehrer kummt auf d' Welt, macht Ferien und stirbt." Breite Zustimmung erntete Lauth mit der modernen telefonischen Veräppelung "Hold the line please". Ferner sprach er den Kinderstress, Diäten, das Landleben, Sprachverirrungen, die sozialen Netzwerke und den Weltuntergang an: "Wieder nix worn, doch mit unseren Waffen und der Umweltverschmutzung haben wir gute Chancen, dass es gelingt."

Das Verhältnis zum Heimatdorf kennzeichnete ein trauriger Rückblick, denn die alten Freunde sind weg. "Oid wern", das Gegenteil von "G'sund g'lebt, aber mit 50 gestorben", war ein Thema, das alle ansprach. Mit den Gedanken, "Wenn i mal nimmer bin ..." beendete Lauth seine Lesung. Das mit eigenen Fotografien des Autors geschmückte Werk ist im Buchhandel (ISBN 978-939247-49-49 9) oder bei den Lesungen des Verfassers für 9,90 Euro zu erwerben.
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