Rinder als Landschaftspfleger

Zur Schlussabnahme des Festweidezauns auf der Grenzmühle bei Erbendorf trafen sich Planer, Grundstücksbesitzer und Pächter. Über das Projekt des Gemeindeverbunds Steinwald im Naturpark freuten sich (von links) Johanna Hausbeck, Peter Hausbeck vom "Verein zum Schutz wertvoller Landschaftsbestandteile", Biolandwirt Josef Schmidt, Sabine Benker vom Amt für Ländliche Entwicklung, der Leiter der Bauausführung Robert Mertl, der stellvertretende Projektleiter im Gemeindeverbund Steinwald Ronald Thiele, Dieter Döpp
Lokales
Friedenfels
16.09.2015
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Die Rückkehr des "Roten Höhenviehs" im Steinwald hilft, wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Um die Naturschutzziele zu erreichen, sind aber auch Investitionen nötig. Eines der Projekte wurde nun fertiggesellt.

Damit die sauren, nährstoffarmen Wiesen des Naturparks Steinwald nicht verbuschen, brauchen sie Pflege. Die erledigt das genügsame "Rote Höhenvieh". Biolandwirt Josef Schmidt gewann vergangenes Jahr mit ihm die Oberpfälzer Wiesenmeisterschaft. Den Ausschlag gab die naturschutzgerechte Beweidung.

Planer, Grundstücksbesitzer und Pächter trafen sich nun auf der Grenzmühle bei Erbendorf zur Schlussabnahme einer Maßnahme. "Es war ein Projekt des Gemeindeverbunds Steinwald im Naturpark", informierte stellvertretender Projektleiter Ronald Thiele vom Amt für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth. Installiert worden ist ein Elektroweidezaun. Thiele und der Leiter der Bauausführung, Robert Mertl, erläuterten, dass die 2400 Meter lange Einzäunung von Wiesen und einer Waldfläche eine Ausgleichsmaßnahme für den asphaltierten Weg von der Verbindungsstraße Bärnhöhe-Erbendorf zur Grenzmühle ist.

Naturnah

Robert Mertl: "Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gibt es die Möglichkeit, dass nicht immer mit Flächen ausgeglichen werden muss. Man kann auch naturnahe Bewirtschaftungsmethoden unterstützen." Besonderen Wert legten Ronald Thiele und Robert Mertl auf die Feststellung, dass für den Pächter und Biolandwirt Josef Schmidt kein wirtschaftlicher Vorteil entsteht. Die eingezäunten Flächen gehören nämlich dem "Verein zum Schutz wertvoller Landschaftsbestandteile", kurz VSL, dessen Vorsitzender Peter Hausbeck aus Kemnath ist.

Vor fast 40 Jahren gründete er zusammen mit einigen Gleichgesinnten diesen Verband. Neben den wertvollen Flächen, immerhin fast zehn Hektar, rund um die Grenzmühle hat der VSL viele weitere Hektar in der Oberpfalz erworben. Dies waren für die landwirtschaftliche Nutzung wertlose Flächen, Feucht- und Nasswiesen, Moore und Ödland.

Peter Hausbeck freute sich bei der Schlussabnahme über ein weiteres gelungenes Projekt und dankte den Planern und Verantwortlichen sowie der ausführenden Baufirma. Ronald Thiele vom Amt für Ländliche Entwicklung nannte als Baukosten 18 000 Euro. Darin enthalten sind Weidetore, Durchlässe und Absperrungen. Robert Mertl: "Diese Zusatzeinrichtungen waren nötig, da verschiedene Bereiche des Areals herausgenommen werden mussten, die nicht für eine Dauerbeweidung vorgesehen sind." Die Baukosten wurden vom Amt für Ländliche Entwicklung zu 90 Prozent gefördert.
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