Szene bunter und vielfältiger

Die "Grenzschreiber" in gespannter Erwartung und Konzentration vor der Lesung, von links Hans G. Lauth, Florian Mattes, Irmtraud Schicker, Hans Hertel, Christa Vogl sowie Hildegard Lauth. Eine weitere Lesung soll, wie es hieß, im April 2016 folgen. Bild: roh
Lokales
Friedenfels
02.11.2015
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Der Anfang ist gemacht: Vier Autoren Irmtraud Schicker aus Tirschenreuth, Hans Hertel aus Marktredwitz, Christa Vogl aus Guttenberg und Florian Mattes aus Thumsenreuth dürfen sich nun "Grenzlandschreiber" nennen.

Bei einer unterhaltsamen Premiere mit Musik im traditionsreichen Gasthof Grüner Kranz waren vier Poeten dabei. "Das ist eine Ehre", betonte Initiator Hans G. Lauth in seinem Willkommensgruß. Interessierte Autoren könnten sich nicht bewerben. Sie werden berufen, was nun geschehen sei.

Keine neue Konkurrenz

"Wir schaffen nicht eine neue Konkurrenz, sondern beabsichtigen die Szene mit mehr Gruppen bunter und vielfältiger zu gestalten", erläuterte Lauth. In gespannter Erwartung zeigte sich eingangs Gastwirt Dieter Schraml: Er erwartete einen kreativen Abend. Mit den "Grenzlandschreibern" wolle man nicht Grenzen ziehen, sondern darüber hinaus die schreibenden Lyriker aus Wunsiedel, Bayreuth, Weiden und Neustadt/WN zusammenführen.

Hans G. Lauth, der den Moderator glänzend ausfüllte, verwies auf die musikalische Begleitung des Autorenabends: Martina Nickl aus Mehlmeisel und Walter J. Pilsak, "einem alten Kollegen" aus Waldsassen, wussten nur mit Eigenkompositionen auf dem Hackbrett, der Steirischen und dem Akkordeon die einzelnen Lesungen beschwingt zu verbinden.

Die erste Autorin: Irmtraud Schicker aus Tirschenreuth. Sie erzählte eine herrliche Geschichte von der geheimnisvollen "Josefine". Madame habe so viel Spaß mit ihr. Das leichte Lebensgefühl der Menschen an der saarländisch-französischen Grenze herüber zu bringen, gelang ihr mit leichten französischen Akzent sehr elegant. "Ein Stück Heimat", bekannte sie. "Das ist noch in mir!"

Humorvolle und pointierte Geschichten schreibt Hans Hertel aus Marktredwitz, kündigte Lauth an, er ist auch genialer Schauspieler. In 4 Gedichten brachte er dem entzückten Publikum Lebensweisheiten nahe - etwa "Sehnsucht Fränkisch". Aufregend, der Ritt zum "Burgerkönig" auf der Grundlage des bekannten "Erlkönigs". Am Tag des Kusses drängte sich ein Liebesgedicht auf, begründete er. "Soll's ein Lippenblütler sein?"

Christa Vogl aus Guttenberg hat schon Veröffentlichungen nachzuweisen. Dies, meinte Lauth, sei eine gewisse Adelung. In ihrer Lesung "Der Hund" fragte sie, welche Rasse er wohl angehöre. Lange blieb die Frage unbeantwortet, eine Schäferhund, eine Collie, ein Schnauzer ist es nicht. Was dann? Umständlich aber charmant nähert sich ihre lyrische Umschreibung der Lösung: Sie galt dem "Schweinehund". Die nächste Geschichte, eine bayerische Maßeinheitslehre, das "Rezept der Oma" mit Rätsel aufgebenden Mengeneinheiten beim Backen, amüsierte die Anwesenden in Erinnerung an viele eigene Momente.

Und dann noch der "Mückenalarm". Es liegt berauschende Magie in der Luft, fühlt die Mücke. Ein köstliches Zusammentreffen einer Mücke mit einem Ehepaar, das schlafen will. "Wellness für die Mückenseele!" Einfallsreich und poetisch geschrieben aus der Sicht des Insekts.

"Roh und munter ..."

Florian Mattes begrüßte Lauth als "lieben Kollegen" der Schule und kündigte Mundart-Lyrik an. Er habe "grausame Geschichten" angekündigt. "Lasst ihn roh und munter sein!" Das war sie denn auch, die "Metzgerballade", der Kampf der Gretl mit ihrem Verflossenen bis zum "Verwurschten der Leichen".
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