Turn- und Sportverein zeichnet Anna Rückerl für 75 Jahre Treue aus
Mit 93 noch immer sportlich

Helmut Radimerski (links) und Rita Steinkohl (rechts), die Vorsitzenden des Turn- und Sportvereins Friedenfels, überraschten Anna Rückerl (Mitte), ältestes Mitglied des TSV. Da sie am Ehrenabend anlässlich des Jubiläums "110 Jahre TSV Friedenfels" krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte, überreichten sie nun die Auszeichnung für 75 Jahre Mitgliedschaft. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
10.01.2015
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Krankheitsbedingt hatte die 93-jährige Anna Rückerl beim großen Ehrenabend zum Jubiläum "110 Jahre TSV Friedenfels" nicht dabei sein können. Deshalb holten jetzt die beiden TSV-Vorsitzenden Helmut Radimerski und Rita Steinkohl eine Auszeichnung nach.

Bei der Übergabe von Urkunde, Geschenk und Ehrennadel sagte TSV-Vorsitzender Helmut Radimerski: "Anna, du bist unser ältestes Mitglied und wir sind froh, dich in unseren Reihen zu haben." 75 Jahre Mitglied im Turn- und Sportverein - das sei schon etwas Besonderes.

Gute Läuferin

Anna Rückerl, der der TSV bereits vor Jahren die Ehrenmitgliedschaft verlieh, freute sich über den Besuch der beiden TSV-Vorsitzenden. In der kleinen Feierstunde plauderten sie über zahlreiche Begebenheiten im früheren Vereinsleben. In guter Erinnerung hatte sie die Übungsstunden auf dem Turnplatz hinter der Schlossbrauerei. Weitsprung, Ballwerfen und Laufen waren in den 30er und 40er Jahren die Sportarten, die besonders die Frauen im Verein schätzten, so Rückerl. Dass sie einmal eine gute Läuferin war ("die anderen Sportarten war nicht so mein Ding"), meinte die fitte und agile Jubilarin, nehme man ihr gerne ab. Noch heute ist die Rentnerin in Friedenfels viel zu Fuß unterwegs. Seit Jahren hilft sie einer guten Freundin in Haus und Garten, den sie wie auch ihren eigenen Garten mit viel Liebe betreut. Den Weg von zu Hause zur Freundin entlang des Schlossgartens nennen viele Mitarbeiter des Schlossgartens deshalb "Annaweg". Sie haben sogar ein Namensschild angebracht.

Auch an die Übungen am Reck kann sich Anna Rückerl noch genau erinnern. "Wir haben bloß nicht oft rauf gedurft. Die Buben hatten es damals fast immer im Besitz." Und dann waren da noch die Turnfeste in den umliegenden Orten. Die weiblichen TSV-Mitglieder wurden damals mit weißen Kleidern, die rot eingefasst waren (die TSV-Farben), ausgestattet. "Dabei mussten wir achtgeben, dass sie nicht bereits bei der Anreise verschmutzten. Chauffiert wurden wir nämlich auf Lastwagen", erzählte die 93-Jährige. Medaillen oder Pokale waren damals nicht der Lohn für gute sportliche Leistungen, berichtete Anna Rückerl. "Nein, wir haben uns über bunt geschmückte Lorbeerkränzchen gefreut."

Geld für Nachwuchsarbeit

Natürlich strahlten Helmut Radimerski und Rita Steinkohl, als Anna Rückerl darauf hinwies, dass sie alle Berichte über den TSV im "Neuen Tag" liest. Die Vorsitzenden ließ die Jubilarin nicht ziehen, ohne ihnen eine Spende für die Nachwuchsarbeit in die Hand zu drücken. "Altersbedingt kann ich halt nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen. Aber die jungen Mitglieder können es doch auf jeden Fall gebrauchen."
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