Über Friedenfels nach Indien

Siegfried Wölfel. Bild: bsc
Lokales
Friedenfels
14.01.2015
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Es ist nur eine kleine Reliquie des Heiligen Nepomuk, doch für die Kirche von großem Wert. Für die religiöse Kostbarkeit auf dem Weg von Prag nach Indien spielt Friedenfels eine wichtige Rolle als Zwischenstation.

Auf ein besonderes Ereignis freut sich Ruhestandspfarrer Siegfried Wölfel. Den Pontifikal-Gottesdienst am Samstag, 17. Januar, um 19 Uhr in der Friedenfelser Pfarrkirche zelebriert er zusammen mit seinen Freund, Bischof Dr. Bosco Puthur aus Melbourne in Australien. Dabei erfolgt die Übergabe der kürzlich in Prag erworbenen kleinen Nepomuk-Reliquie (wir berichteten). Die mittlerweile 30-jährige Freundschaft zwischen den Geistlichen förderte in den vergangenen Jahren viele persönliche Kontakte.

Der kostbare Gegenstand soll nach dem Wunsch der beiden Freunde in einer Reliquienmonstranz integriert und künftig auf dem Hochaltar der neuen Kirche in Parappur, dem Geburts- und Heimatort des Bischofs, verehrt werden. Parappur ist eine rund 33 000 Einwohner zählende Kleinstadt im Südwesten Indiens im Bundesland Kerala.

Die dortige, über 500 Jahre alte Kirche unter dem Schutzpatronat des Hl. Nepomuk war einsturzgefährdet. Derzeit wird eine neue, große Kirche gebaut, um den vielen Christen Platz für das tägliche Gebet und den Gottesdienst zu ermöglichen. Das große Engagement um soziale und kirchliche Belange in Indien hat Siegfried Wölfel weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt gemacht. Neben der Betreuung seines Waisenhauses im südindischen Kanyakumari, das er nach dem Tsunami 2004 zusammen mit der katholischen Kirche errichtet hat, war es dem "Unruhestandspriester" ein großes Anliegen, auch den Kirchenbau in Parappur zu unterstützen. Ein Beitrag des Brückenheiligen Nepomuk lag Wölfel besonders am Herzen: "Nepomuk ist in Parappur ein beliebter Vorname, fast jeder zweite Junge wird auf diesen Namen getauft." Der Schutzpatron sollte auch in der neuen Kirche besonders gewürdigt werden. "Der heilige Johannes Nepomuk gilt als der Märtyrer für das Beichtgeheimnis und ist damit ein großes Vorbild für uns Priester."

Bischof Puthur nimmt die Reliquie mit nach Indien, wo die Einweihung der neuen Kirche im Sommer geplant ist. Nach der feierlichen Übergabe in Friedenfels wird der Gast einen weiteren Pontifikal-Gottesdienst mit Pfarrer Wölfel am Sonntag um 10.15 Uhr in Fuchsmühl feiern.
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