Fahnenband und Urkunde
Die Toten verpflichten die Lebenden

Kaspar Becher (links neben der Fahne) heftet das auffallend große Fahnenband an die mehr als 100 Jahre alte Vereinsfahne im Beisein von Bürgermeister Gottfried Härtl (Zweiter von links) und den Sammlern der Reservisten an. Links neben Becher Manfred Schmid, der die Sammlungsleitung von Georg Kunz übernommen hat und sie seit Jahrzehnten leitet. Vorsitzender Philipp Hausknecht (links) zeigt die Dankurkunde. Bild: roh
Politik
Friedenfels
23.11.2016
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Ehrengast bei der Soldaten- und Reservistenkameradschaft war Kaspar Becher: Der Bezirkgeschäftsführer des Volksbunds Kriegsgräberfürsorge verlieh dem Ortsverein eine Urkunde für besondere Verdienste im Bemühen, Gefallenen beider Weltkriege "würdige Ruhestätten zu schaffen und ihr Opfer in Gedanken wach zu halten". Becher heftete das große Fahnenband "Mortui Vivente Obligant" ("Die Toten verpflichten die Lebenden") an. Bürgermeister Gottfried Härtl und Vorsitzender Philipp Hausknecht unterstrichen die besondere Unterstützung von Manfred Schmid: Auf eine Straßensammlung sei verzichtet worden, dafür sei die Präsenz am Friedhof an Allerheiligen effizient gewesen - mit einem Erlös von 456,30 Euro. Dies sei "deutlich über dem Oberpfälzer Schnitt", fügte Becher lobend hinzu. Für das lange Ausharren am Friedhofstor mit der Büchse bedankte sich der Vorstand bei den Sammlern Wolfgang Hausknecht, Franz Dietz, Manfred Schmid und Philipp Hausknecht. Beim Einblick in die Arbeit des Volksbundes präsentierte Becher eine Liste mit den Namen der gefallenen Soldaten aus Friedenfels. Den Anwesenden waren die meisten bekannt, Väter Brüder, Onkel oder Nachbarn. Was besonders interessant war: Becher konnte genau die Lage des Grabes etwa in Frankreich oder der Ukraine beschreiben. Die Idee des Volksbundes, der nur von Spenden lebt, hat zwangsläufig Früchte getragen, weil der Staat sich nicht kümmern konnte. In 31 Jahren resümierte Becher, gab es 10 Mio. Kriegstote. Deshalb sei Ehre und Gedenken am Volkstrauertag dringend geboten. "Sie haben für andere ihr Leben geopfert." Die Identifikation der Skelette, die immer wieder bei Bauarbeiten gefunden werden, sei auch noch heute wichtig, insbesondere für die Trauer der Hinterbliebenen.

29 Millionen Euro pro Jahr


"Die Mittelbeschaffung war in der Oberpfalz nie ein Problem", freute sich der Geschäftsführer. Aufwendungen für drei Millionen Gräber in 900 Friedhöfen in verschiedenen Erdteilen forderten im Jahr rund 29 Millionen Euro. "Das schwarze Fahnenband mit silberner Schrift soll deshalb für alle sichtbar machen: Die Friedenfelser unterstützen diese Bemühungen." Becher überreichte eine Dokumentation über Soldatenfriedhöfe und stellte seinen Nachfolger Markus Nägel vor. Er wird 2017 die Geschäftsführung übernehmen.
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