Gemeinderat Friedenfels verschiebt Entscheidung auf Ende April
Thema Kläranlage weiter ungeklärt

Direkt gegenüber der Waldstraße soll auf Antrag der Freien Wähler ein Geh- und Radweg vom Ortsteil Siedlung zum Friedhof beginnen (Startpunkt in der Mitte des unteren Bildrands, um dann entlang des Feldrains in der Bildmitte zum Wald zu schwenken). Auch der Weg zum Dorfladen werde dadurch besonders für ältere Bürger verkürzt, so die Freien Wähler. Bild: bsc
Politik
Friedenfels
26.02.2016
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Das Thema Kläranlage gärt in Friedenfels seit geraumer Zeit. Am Donnerstagabend diskutierten die Gemeinderäte erneut. Eine endgültige Entscheidung fiel nicht. Sie wollen vorher einiges geklärt wissen.

Eine der seit Monaten diskutierten Varianten war der Anschluss des Friedenfelser Abwasserkanals an die Wiesauer Kläranlage. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen verfolgt Friedenfels diese Idee aber nicht weiter. Nicht zuletzt die erforderliche sieben Kilometer lange Druckleitung und ein Höhenunterschied von 60 Metern gaben den Ausschlag für die Entscheidung.

Aber wie geht es nun weiter? Eine Frage, die viele Zuhörer interessierte. Im Sitzungsraum der Steinwaldhalle blieb am Donnerstagabend kein Platz frei. Wieder im Gespräch ist ein Anschluss an Krummennaab. Obwohl die Pläne der neuen Kläranlage Krummennaab/Reuth bereits beim Landratsamt in Tirschenreuth vorlägen (so Otmar Zeitler, Freie Wähler), gebe es nach Aussage von Bürgermeister Gottfried Härtl eine Anfrage des neuen Kläranlagenbetreibers "Kommunalunternehmen Heinbachtal" zwecks gemeinsamer Nutzung der Abwasseranlage. Derzeit laufe auch eine Kostenermittlung für eine eigene Kläranlage. Die Daten sollen den Gemeinderäten bis Ende April 2016 zur Verfügung stehen. Anschließend soll die endgültige Entscheidung über die künftige Art der Abwasserbeseitigung erfolgen. Gemeinderat Oskar Schuster (Freie Wähler) forderte, dass bis zu diesem Zeitpunkt auch die aktuellen Bedingungen über einen "Einkauf bei dem neuen Kläranlagenbetreiber" vorhanden sein müssen. Edeltraud Kaßeckert (Freie Wähler) bat Bürgermeister Gottfried Härtl, über den aktuellen Sachstand zum Thema Kläranlagenbau nicht nur in der Tageszeitung, sondern auch im gemeindlichen Mitteilungsblatt "Gemeinde aktuell" zu informieren.

Ja zum Straßenausbau


Dem geplanten Ausbau der Staatsstraße 2169 im Bereich Friedenfels und Kornthan durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach stimmten die Räte geschlossen zu. Denn nachdem die Überlegungen zum Bau eines Abwasserkanals zwischen Friedenfels und Wiesau durch den Gemeinderat verworfen wurden und somit eine Verlegung des Abwasserkanals im Straßenbereich nicht erforderlich ist, stehe dem Ausbau nichts im Wege, argumentierten die Räte. Mit sieben zu fünf Stimmen wurde dem Antrag der Fraktion der Freien Wähler stattgegeben, die einen Geh- und Radweg vom Ortsteil Siedlung zum Friedhof beantragt hatte. Im Sachvortrag schilderte Oskar Schuster, dass die Grenzbachstraße von der Siedlung zum Friedhof in letzter Zeit durch den immer mehr zunehmenden Schwerlastverkehr zum Sägewerk und zum Gewerbegebiet, aber auch durch den normalen Verkehr zur Schießanlage sowohl für Fußgänger als auch für Radfahrer immer gefährlicher geworden sei. Zudem könnte durch diesen neuen Geh- und Radweg eine erhebliche Abkürzung geschaffen werden.

Für die CSU, die gegen den Antrag stimmte, war Voraussetzung, dass die zahlreichen Grundstückseigentümer ihre Zustimmung geben. Zudem sahen Manfred Wiese und Gottfried Härtl (beide CSU) die Überquerung des Steinwaldbaches und die feuchten Bodenverhältnisse im Anschluss an den Neumühlweiher als Herausforderung und Kostensteigerung. Oskar Schuster meinte, dass notfalls mit dem Bau eines längeren Holzstegs Feuchtstellen überquert werden könnten. Eine technische Prüfung sowie der Grunderwerb zum Bau des neuen Geh- und Radwegs wird nun von der Gemeinde durchgeführt.

Gemeinsam zum IndustriegebietBei einer Gegenstimme (Lisa Rauh, Grüne) verabschiedeten die Räte den Beitritt der Gemeinde Friedenfels zur Arbeitsgemeinschaft "Interkommunales Industriegebiet". Die Beteiligung müsse für die Gemeinde Friedenfels jedoch langfristig finanzierbar sein. Mehrheitlich sahen die Räte dadurch eine Stärkung der Wirtschaft und eine Perspektive für die Jugend. Zustimmung fand die Anschaffung eines Archivierungssystems für das Kassenwesen der Gemeindeverwaltung. Das neue Archivierungssystem ermöglicht auch den elektronischen Rechnungsempfang (eRechnung) und wird für öffentliche Auftraggeber ab 2018 durch eine EU-Verordnung verpflichtend. Einstimmig genehmigten die Räte die rund 10 000 Euro teure Anschaffung und die anschließend jährlich anfallenden Kosten in Höhe von 1900 Euro, nachdem Kämmerer Bernhard Schmidt ausführlich den derzeitigen Arbeitsaufwand schilderte und auf die eingeschränkten Möglichkeiten der Archivierung (Platzmangel) verwiesen hatte. (bsc)
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