Kanalisation und Kläranlage die Top-Themen in der Bürgerversammlung
Friedenfelser Unterwelt

Markus Münchmeier (links) vom Ingenieurbüro Münchmeier-Eigner gab bei der Bürgerversammlung umfangreiche Auskunft über das erstellte Kanalkataster und den Bau einer eigenen konventionellen Kläranlage. Bürgermeister Gottfried Härtl dankte dem Diplom-Ingenieur für die detaillierte Bild- und Filmvorstellung. Bild: bsc
Politik
Friedenfels
27.05.2016
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Premiere im Gemeinderat: Per Filmauafnahmen entführte Markus Münchmeier die Besucher in die Kanalisation. So eine Art wie "Dritter Mann" in Wien, nur etwas anders.

Groß war das Interesse an der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Erholungsort. Der große Saal des Gasthofs "Goldener Engel" war gut gefüllt. Die Themen Kläranlagenbau und Abwassernetz interessierten (wieder einmal) besonders. Markus Münchmeier vom Ingenieurbüro Münchmeier-Eigner präsentierte dazu umfangreiches Bild- und Filmmaterial mit dem weitläufigen Abwassernetz des Erholungsortes.

Seine Erkenntnis: "Der Kanal ist gar nicht so schlecht, wie im Vorfeld oft angenommen". Ausgiebig erläuterte Münchmeier den Besuchern das erarbeitete Kanalkataster. Dazu gehörten vor der Verfilmung und Begutachtung die Sichtung von analogen Bestandsunterlagen sowie die Digitalisierung der Bestandspläne.

Erfasst und begutachtet wurden 375 Schächte, 372 Haltungen, 726 Anschlussleitungen und 4 Sonderbauwerke des insgesamt 14 441 Meter langen Kanalnetzes. Dabei wurde auch das oft zitierte Eindringen von Fremdwasser festgehalten. Kleine Risse und Brüche, nicht fachgerechte Anbindung von Anschlüssen, undichte Abzweiger und Muffenverbindungen sowie Wurzeleinwüchse konnten als Verursacher festgemacht werden. Die Dokumentation wurde der Gemeinde übergeben und dient künftig als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Sanierungsmaßnahmen, Erweiterungs- und Wartungsarbeiten, so Markus Münchmeier.

Ein weiterer Punkt der interessierte, war die anschließende Studie und die Vorstellung der Planungen für den Bau einer eigenen konventionellen Kläranlage. Markus Münchmeier stellte dabei die neue Anlage, die zum größten Teil im Umfeld und auf dem Gelände der alten Anlage errichtet werden soll, vor und erklärte ausführlichen deren Wirkungsweise nach den heutigen Anforderungen.

Der Referent lieferte übersichtlich an der Leinwand die Zahlen für zwei mögliche Varianten: "Beim Bau einer Kläranlage mit Klärschlammpresse und Schlammbehälter kämen auf die Gemeinde 2 517 000 Euro zu, beim Bau einer Kläranlage mit dreiteiligen Schlammspeicher und Lohnentwässerung 2 548 000 Euro. Der einstmals vorgesehene Anschluss an Krummennaab hätte 2 510 000 Euro betragen. "Die Kosten für die derzeitigen Planungen einer dritten Möglichkeit, eine biologische Schilfkläranlage, werden demnächst zur Verfügung stehen", informierte Bürgermeister Gottfried Härtl.

Auf der Grundlage der bereits vorhandenen Kosten für die beiden Varianten einer konventionellen Kläranlage, hatte die Verwaltung Beispielberechnungen erstellt, die letztendlich von den Bürgern getragen werden müssen. "Auf Wunsch des Gemeinderates werden wir die Kosten je zur Hälfte per Beiträge und über die Gebührenkalkulation abwickeln". Diese Aussage fand unter den Anwesenden allgemeine Zustimmung. Einwände gab es jedoch von Willi Schösser und Herbert Englmann, die eine höhere Gebührenbeteiligung durch die Gewerbetreibenden einforderten.

Abschließend stellte Bürgermeister Gottfried Härtl den geplanten Ablauf zum Bau der neuen Kläranlage vor: So erfolgt 2016 und 2017 die Planungs- und Ausschreibungsphase, der Bau und die Fertigstellung selbst erfolgen 2018 und 2019, so das Gemeindeoberhaupt.

Neben den beiden Hauptpunkten lieferte Bürgermeister Gottfried Härtl bei der Bürgerversammlung aber auch detailliert Zahlen und Fakten aus dem Rathaus. Nur geringfügig seien demnach die Einwohnerzahlen rückläufig. 1254 Einwohner sind nach den Worten des Rathauschefs im Erholungsort derzeit registriert. "Auf 589 Euro pro Kopf beläuft sich derzeit die Verschuldung", wusste Gottfried Härtl.

Geprägt war das abgelaufene Jahr von zahlreichen kleineren Maßnahmen, die durch die Gemeinde 2015 erledigten werden mussten. So wurden nach den Ausführungen der Wegebau, ein neues Geländer und die Treppenanlage im Friedhof fertiggestellt, im Rathaus eine Wärmedämmung eingebaut sowie der Rechner- und Serverraum neu eingerichtet und Stromkabel im Rathaus erneuert. Härtl berichtete auch von weiteren Umrüstmaßnahmen bei der Straßenbeleuchtung auf LED und einer Rücklagebildung für die Anschaffung des neuen Feuerwehrautos LF 20.
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