Politischer Aschermittwoch der Freien Wähler Friedenfels
"Das ist Schlamperei"

Beim Politischen Aschermittwoch verabschiedete die Fraktion der Freien Wähler das frühere Gemeinderatsmitglied Peter Steinhauser (Mitte). Oskar Schuster, Gertraud Kappauf (von links) sowie Otmar Zeitler (rechts) dankten dem langjährigen Mitglied mit einem Geschenk für sein engagiertes Wirken und hießen Nachrückerin Edeltraud Kaßeckert (Zweite von rechts) willkommen. Bild: bsc
Politik
Friedenfels
11.02.2016
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Den Freien Wählern ging es nicht um ein Derblecken. Sie versprachen "sachliche Information und objektive Analyse" zu Themen, die in Friedenfels bewegen. Dazu gehört die Abwasserbeseitigung. Und da hagelte es beim Politischen Aschermittwoch massive Vorwürfe.

Gemeinderat Otmar Zeitler machte bei der Traditionsveranstaltung klar: "Eine Absage des Politischen Aschermittwochs wegen des Zugunglücks in Oberbayern hat die Ortsgruppe der Freien Wähler nicht in Erwägung gezogen." Oskar Schuster ergänzte: "Denn uns geht es um eine sachliche Unterrichtung der Bürger." Gerne folgten die Zuhörer im Schützenhaus der Bitte Zeitlers, für die Opfer des Unglücks eine Gedenkminute einzulegen.

Sichtlich zufrieden stellte Fraktionssprecher Oskar Schuster beim Politischen Aschermittwoch fest: "So viele wie heute waren wir noch nie. Die Freien Wähler und die Bürger von Friedenfels haben 2016 und in den nächsten Jahren viel zu bewältigen." Ausführlich gingen Schuster und Gemeinderat Otmar Zeitler auf Projekte und Maßnahmen ein, die in den zurückliegenden Jahren nicht verwirklicht werden konnten. "Sachen und Dinge, die anstehen, können oft leider nicht aktuell erledigt werden, da das Sagen und die Mehrheit im Gemeinderat Bürgermeister Gottfried Härtl und die CSU haben", bedauerte Oskar Schuster und verwies auf die Anträge der Freien Wähler zur Gestaltung des "Zimmerplatzes", zu geforderten Straßeninstandsetzungsmaßnahmen und zum Bau von Buswartehäuschen. "Bereits 2014 haben die Freien Wähler Werbetafeln für vorhandenes Bauland und freie Gewerbeflächen in Friedenfels an den Ortseinfahrten beantragt - leider stehen sie heute noch immer nicht", klagte Oskar Schuster. Hauptthema des Politischen Aschermittwochs war die Abwasserbeseitigung und der anstehende erforderliche Bau einer neuen Kläranlage. Otmar Zeitler stellte dabei klar: "Zur Vorbereitung eines Kläranlagenbaus ist die Messung des Fremdwasseranteils neben der Schmutzfracht das Notwendigste, denn die Fremdwassermenge bestimmt wesentlich die Größe der Kläranlage." Die Menge des Fremdwassers entlaste oder belaste die Funktion der Kläranlage, "deshalb war es sinnvoll, die Filmung des Kanalnetzes weit vor dem Bau einer neuen Kläranlage machen zu lassen".

Zeitler erneuerte dabei seine Aussage, dass die Filmaktion von 1996 in der Schublade versteckt worden sei. "Eine nun mittlerweile 20-jährige Verzögerung der Kanalsanierung ist also nicht nachvollziehbar und kann nur als Schlamperei und Geldverschwendung bezeichnet werden, da wir, die Bürger, ja jetzt noch einmal das erneute Filmen bezahlen müssen", war Otmar Zeitler empört. Das Argument "es ist kein Geld da" von Bürgermeister Gottfried Härtl wollte Otmar Zeitler nicht gelten lassen. "Die Kosten für die Sanierung des Kanalnetzes werden bis auf 37 Prozent Straßenentwässerungsanteil in die Gebühren des Abwassers für die Bürger eingerechnet, also von uns bezahlt", hob Zeitler hervor.

Auf Interesse bei den Besuchern stießen auch die weiteren Themen des Politischen Aschermittwochs: Hier informierten die Freien Wähler über die Friedenfelser Wasserversorgung mit den Quellen im Steinwald, Barrierefreiheit sowie Möglichkeiten und Bestrebungen zu altersgerechtem Wohnen in Friedenfels.

Jugendgruppe im AufbauDie Freien Wähler Friedenfels haben ihre Anhänger beim Politischen Aschermittwoch auf die nächsten Jahre eingeschworen. Mit dem Aufbau einer Jugendgruppe und der "bestmöglichen Umsetzung anstehender Projekte zum Wohle der Friedenfelser Bürger" will man die Partei weiter voranbringen und, wenn es nach dem Willen von "Ausscheider" Peter Steinhauser geht, bei den nächsten Gemeinderatswahlen einen weiteren Sitz dazugewinnen. (bsc)


DankeschönOffiziell verabschiedet haben die Freien Wähler Peter Steinhauser. Er schied auf seinen Wunsch hin aus dem Friedenfelser Gemeinderat aus. Die Freien Wähler dankten Steinhauser für sein vielfältiges Engagement mit einem Geschenk. Fraktionssprecher Oskar Schuster nutzte das Treffen beim Politischen Aschermittwoch und stellte Edeltraud Kaßeckert vor, die für Peter Steinhauser in den Gemeinderat nachrückte. Schuster freute sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit. (bsc)
Die Werbetafeln für Bauland stehen heute noch immer nicht.Oskar Schuster
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