Aufgepeppte "Feuerstühle
Markus Kellner aus Friedenfels restauriert Zündapp-Mopeds

Zur Sammlung von Markus Kellner gehört unter anderem ein im Jahr 1954 gebauter "Kreidler-Roller R 50". In einigen Wochen wird auch dieser komplett restauriert sein und in neuem Glanz erstrahlen. Viel Lob bekamen diese Fahrzeuge einst von der Fachpresse: Mit einem baugleichen Gefährt war zuvor die Welt umrundet worden. Bild: bsc
Vermischtes
Friedenfels
03.01.2016
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"Die Motoren von Zündapp halten ein Leben lang", erklärt Markus Kellner. Ist doch mal was zu reparieren, hilft die selbstgebaute Haltevorrichtung, die es ermöglicht, den Motor in alle Richtungen zu drehen. Bild: hfz

Markus Kellner hat ein besonderes Steckenpferd: Es hat zwei Räder und hört auf den Namen Zündapp. Der Friedenfelser Hobbyschrauber hat mittlerweile ein regelrechtes Museum mit den 50 Kubikzentimeter-Maschinen aufgebaut.

In den vergangenen Jahren hat Markus Kellner seinen Schuppen, in dem er die Raritäten aufbewahrt, ständig umgebaut. Das inzwischen mit Vollwärmeschutz ausgestattete Gebäude beherbergt jetzt 23 Mopeds aus dem Zeitraum von 1950 bis 1980. Fast alle sind fahrtüchtig.

Die Mopeds der Marke Zündapp mit 50 Kubikzentimeter Hubraum sind seit seinem 15. Lebensjahr Markus Kellners großes Hobby. Angefangen hat alles, als er auf dem Sperrmüll ein total verrostetes Moped fand. "Was willst denn mit dem alten Glump?", fragte sein Vater, als er eines Tages das Gefährt anschleppte. Abend für Abend schraubte er dennoch an dem "Schrotthaufen" herum, bis er endlich lief.

Solide Arbeit


"Es war mein erster fahrbarer Untersatz", erzählt der Tüftler grinsend. Wenngleich sich vier Mopeds der Marken Kreidler und DKW in der Sammlung befinden, so haben es ihm besonders die Kleinkrafträder mit dem gezackten "Z" für Zündapp angetan. "An ihnen kann man nämlich besonders gut schrauben", betont Kellner und verweist auf die handwerkliche und solide Arbeit bei der Herstellung. Bereits vor 50 Jahren habe es im Volksmund geheißen: "Wer Zündapp fährt, bleibt unversehrt" oder "Zündapp ist zuverlässig". Mit unversehrt war damals gemeint, dass die Mopeds und Motorräder aus Nürnberg und später München in punkto Zuverlässigkeit der Konkurrenz davonfuhren.

Sensationelle Technik-Gags oder extreme Höchstleistungen auf den Grand-Prix-Strecken der Welt waren nämlich nicht das Charakteristikum dieser Maschinen. Dafür erlangten sie Erfolge bei Zuverlässigkeitsfahrten durch ganz Europa und bei internationalen Sechstagefahrten und Geländestrecken auf der ganzen Welt. Seine "Feuerstühle" hat Markus Kellner aus der gesamten Oberpfalz und Oberfranken zusammengetragen. Mit den früheren Besitzern wurde er immer schnell einig. "Bei vielen Leuten standen die ,Dinger' nur noch im Weg rum", so Kellner. "Eines war 50 Jahre in einer Scheune abgestellt, ohne dass es angerührt wurde."

Preis nach Zustand


Der Preis richtet sich immer nach dem Zustand. Laut einer Tabelle mit der Klasseneinteilung von eins bis sechs müssen bis Klasse vier alle Originalteile am Fahrzeug vorhanden sein. Kellner hat auch schon einige Male zwei baugleiche Mopeds gekauft und daraus ein Fahrzeug mit allen Originalteilen zusammengeschraubt. Auf Teilemärkten in Schwandorf, Ansbach, Kemnath und Riesa ist Markus Kellner seit langem bekannt. Er schätzt dort auch das besondere Flair. "Auf den Märkten wird geschachert, gefeilscht, getauscht und fachgesimpelt." Manchmal bekommt er auch Tipps, wie sich manches besser machen lässt.

Öffentlich hat Markus Kellner seine "Schatzsammlung" noch nie präsentiert, "doch wenn ein Interessierter oder guter Freund mal nachgefragt hat, habe ich sie ihm schon gezeigt", schmunzelt der Hobbyschrauber und zeigt stolz seine neuste Errungenschaft: "Eine fahrtwindgekühlte C 50 Sport, Baujahr 1970, ausgestattet mit viel Chrom."
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