Brauerei gewährt Einblicke

Der Stuhl, auf dem Einkauf-Mitarbeiterin Anja Schultes (Mitte) Platz genommen hat, steht am Tag der offenen Tür allen Besuchern und Gästen zur Verfügung. Abgelichtet und in Pose gebracht werden sie als Unterstützer des Braumeisters und als "Hüter des Reinheitsgebotes". Bei Geschäftsführer Thomas Schultes (rechts) und kaufmännischem Leiter Markus Robl laufen die Vorbereitungen auf die Festtage schon seit längerem auf Hochtouren. Bild: bsc
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Friedenfels
20.04.2016
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Der Stuhl, auf dem Einkauf-Mitarbeiterin Anja Schultes (Mitte) Platz genommen hat, steht am Tag der offenen Tür allen Besuchern zur Verfügung. Abgelichtet und in Pose gebracht werden sie als Unterstützer des Braumeisters und als "Hüter des Reinheitsgebotes". Bei Geschäftsführer Thomas Schultes (rechts) und kaufmännischem Leiter Markus Robl laufen die Vorbereitungen auf die Festtage schon seit längerem auf Hochtouren. Bild: bsc

Voller Stolz feiert die Friedenfelser Schlossbrauerei ein "Machtwort", das 500 Jahre überdauert hat: Zum großen Jubiläum des Bayerischen Reinheitsgebots hat das Unternehmen ein umfangreiches Festprogramm ausgearbeitet. Besucher sind am Samstag ab 13 Uhr willkommen.

In den vergangenen zwölf Monaten waren täglich bis zu acht Fachkräfte und Mitarbeiter mit den Vorbereitungen beschäftigt. Inhaber Freiherr Eberhard von Gemmingen-Hornberg und Geschäftsführer Thomas Schultes betonten dazu: "Historisches und Kulturelles musste in der mittlerweile 130-jährigen Brauereigeschichte unbedingt bewahrt werden." Dennoch gelte es, modern zu produzieren.

Die Bierkultur sei in Friedenfels stets gepflegt worden - und das werde auch weiterhin so sein. "Obwohl seit ewigen Zeiten von nahezu allen Völkern Biere gebraut werden, ist es in Bayern auch kleinen Brauereien vorbehalten geblieben, mit dem Bier weltberühmt zu werden", erklärten die Verantwortlichen. In der Schlossbrauerei strahlt deshalb von vielen Wänden das Logo eines Weltmeisters: 2014 wurde das Friedenfelser Hefeweizen beim "World Beer Cup" in Denver im US-Bundesstaat Colorado mit der Goldmedaille bedacht. In den vergangenen Monaten haben Handwerker an vielen Stellen gehämmert, geschweißt, neu verputzt und gemalt. Renoviert wurden die Produktionshallen, die Keller- und Dachtreppen, die Gänge und die Tunnel. Sogar Granitbänder, Klinkermauern und Steinsimse, die im Laufe der Jahrzehnte übermalt wurden, wurden wieder frei gelegt. Beim Tag der offenen Tür am Samstag wird das in dem historischen Gebäude geschaffene Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. In dem 300 Quadratmeter großen Ausstellungsraum werden künftig die Hauptbereiche der Friedenfelser Betriebe - Wald und Forst, Stein und Granit, Landwirtschaft und Brauerei - mit eigens konzipierten Lichteffekten präsentiert. Zudem wurde mehr Platz für Verköstigungen und Führungen geschaffen. In den einzelnen Betriebsbereichen des Museums hat auch der zuständige Schutzpatron in Form einer großen Statue Platz gefunden.

Freuen dürfen sich die Mitarbeiter der einzelnen Betriebe über eine zusätzliche alljährliche Feier. Thomas Schultes: "Künftig werden sie am jährlichen Gedenktag des Schutzpatrons ins Museum zu einer Brotzeit und dem edlen Gerstensaft eingeladen." Gewürdigt wurden die kostspieligen Aktionen mittlerweile auch vom Landesamt für Denkmalschutz. Im Handbuch der 50 schönsten Brauereien in Bayern hat die Schlossbrauerei einen Stammplatz gefunden. Honoriert wurden vom Landesamt besonders einmalige Substanzen, die sonst nirgendwo mehr vorhanden sind. Am morgigen Donnerstag und am Freitag stehen zunächst Mitarbeiter, deren Angehörige und geladene Gäste im Mittelpunkt. Eine Wirtshauslesung mit Musik durch Schauspielerin Christina Baumer am Freitag ist bereits ausverkauft.

Fotos in Gewölbekellern


Am Samstag, genau 500 Jahre nachdem Herzog Wilhelm IV. die Vorschrift zur Herstellung des Bieres mit Gerste, Hopfen und Wasser erließ, ist die ganze Bevölkerung willkommen. In den historischen Gewölbekellern werden sich Knechte, Schankwirte, Bogenschützen, Mönche und Mägde, gekleidet wie im Jahr 1516, um das Wohl der Gäste kümmern. Im historischen Lagerkeller können die Besucher in die Rolle eines Braumeister-Gehilfen schlüpfen und werden zum "Hüter des Reinheitsgebotes" befördert und für Fotos in Szene gesetzt. Umringt werden sie von unzähligen Bierkästen und Instrumenten. Auf Wunsch gibt es eine Urkunde mit der Unterschrift von Braumeister Christian Mitterbauer. (Info-Kasten)

Tag der offenen TürDas Programm am Samstag beginnt um 13 Uhr mit den Riggauer Böllerschützen. Beim Festbetrieb bis 22 Uhr musizieren die "Heusterz Musikanten". Brauereibesichtigungen finden zwischen 13 und 17 Uhr statt, um 14 Uhr ist eine Greifvogelschau geplant. Ab 13 Uhr gehen im historischen Kellergewölbe Modenschauen mit Trachten- und Jagdmode über die Bühne. Dazu haben ein Fachgeschäft aus Amberg und die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg/Weiden zusammengearbeitet. Die kleinen Besucher dürfen sich aufs Kinderschminken, Zaubern, Basteln und Spiele freuen. Mit dabei ist auch Schauspielerin Christina Baumer als Clown. Zum kulinarischen Angebot zählen ein eigens gebrautes, kalt gehopftes Festbier von Braumeister Christian Mitterbauer, eine Weizenbierbowle sowie gekochtes Bier mit Eiern - ein früheres Allheilmittel . (bsc)
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